"Das neue Land"

Aus Elygor
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Band I, Kapitel I

"Ich bin am Leben..."

Dies war mein erster Gedanke, als ich an einem lauen Sommermorgen das Bewusstsein wiedererlangte. Ich lag auf dem Rücken, das Haupt gewandt in Richtung Therals Zelt, das an diesem Tage in tiefstem Azur die Welt umspannte. Nur ganz wenige weiße Wölkchen zogen über mir dahin, und ich hörte, wie die Vögel ihr Lied sangen. Es klang so klar, so rein, jedoch mit einem Hauch Melancholie. Ich versuchte mich zu erheben, um zu sehen, woher diese lieblichen Klänge kamen, doch ich sackte beim ersten Versuche sofort in mir zusammen. Das Meerwasser hatte meine Ausrüstung fleckig gemacht, und der Sand war tief in meinen Panzer eingedrungen, sodass er bei jeder Bewegung knirschte. Meine Knie schienen ihre Last nicht tragen zu wollen, und so blieb mir vorerst nichts anderes übrig, als mich im Sand aufzusetzen, und zu versuchen, jedwede nur irgend mögliche Information über das Eiland aus der Ferne zu sammeln, soweit dies eben möglich war. Doch zunächst wollte ich mich ein wenig stärken. Ich nahm die zwei kleinen Lederbeutel, die zu beiden Seiten an meinem Gürtel hingen, und stellte mit Zufriedenheit fest, dass das Leder das Brot, das getrocknete Fleisch und das im zweiten Beutel, der eher wie ein Schlauch anmutete, befindliche Bier vom Wasser nicht angegriffen worden waren, und somit eine erste willkommene und überaus köstliche Mahlzeit darstellte. Ich wandte mich um, und sah, wie hinter den Gestaden ein Wäldchen begann. Und von dort drangen auch diese Gesänge an mein Ohr, und je länger ich still da saß und beobachtete, desto mehr Eindrücke erhielt ich. Auf der einen Seite das klare Wasser, bläulich schimmernd und in sanften Wogen an den Strand plätschernd, unter meinen Füßen der feine weiße Sand, und auf der anderen Seite, eine grüne Wiese mit vielerlei Pflanzen und Getier, und dahinter der Waldrand, aus dem nun einige Vögel, rot-orange schimmernd, herausflogen, und sich meiner Position näherten. Zögerlich, aber stetig. Es war ein wunderbarer Anblick, und ich hätte all meinen verbleibenden Besitz darum gegeben, noch weiter in dieser Idylle verharren zu dürfen.
Doch stattdessen musste ich weiter ziehen, ich musste erfahren, wie groß denn dieses Eiland war, und was hinter diesem Wäldchen lag, ich musste mir eine neue Existenz aufbauen, und ein komplett neues Leben beginnen. Nur stellte sich mir die Frage: Wohin? Wohin gehen, und womit beginnen? Die Gegend erkunden, das war im Prinzip logisch. Nur was dann? Ich konnte mich nicht mehr erinnern, welche Fähigkeiten mich im Besonderen geprägt hatten. War ich ein Krieger? Konnte ich auf unvergleichliche Weise die Axt führen, und meine Gegner im Kampfe bewzwingen? Oder war ich eher ein Händler, getrieben vom stetigen Profit und der Vorstellung von Ruhm, Ehre und Reichtum? Oder war ich ein Forscher, der sich Tag für Tag dem Fortschritt widmete, um der Welt ein besseres und einfacheres Leben zu machen? Ich wusste es nicht mehr, aber ich war mir sicher, dass es die Zeit zeigen würde. Nun war es aber in der Zeit, mein eigenes Schicksal in die Hände zu nehmen. Mit aller mir durch die Stärkung zur Verfügung stehenden Kraft hievte ich mich auf die Beine, und machte mich - wenn auch unsicheren und langsamen Schrittes - auf den Weg in Richtung des Waldes. Am Rande des Waldes setzte ich mich ein weiteres Mal nieder, und zog meine Rüstung aus. Der ganze Sand, der sich im Panzer verfangen hatte, musste zunächst einmal heraus, denn er fühlte sich unangenehm an, und auch das Knirschen bei jeder Bewegung war nicht unbedingt ein Labsal für geschundene Ohren. Die rot-orange schimmernden Vögel schienen nun stetig Ihre Kreise um ihn zu ziehen, und Ihr Lied schien mit der Zeit weniger melancholisch und viel fröhlicher zu werden. Nachdem ich meine Rüstung gesäubert hatte, blickte ich noch einmal kurz zurück auf die paradiesischen Gestade, bevor ich mit gezückter Axt voran, den Wald betrat.
Dort erwartete mich ein überwältigendes Schauspiel: Bäume, so hoch, wie ich sie nie in meinem Leben gesehen hatte, wild wachsende Pflanzen, die in allen Farben des Regenbogens blühten, und Sträucher, die unter der Last ihrer verführerisch duftenden Früchte bald zusammenzubrechen schienen. Der Boden hingegen war weich, von Moos bedeckt, und dunkegrün bis leicht bräunlich gefärbt. Zu meiner Überraschung konnte ich dank dieser Unterlage meinen eigenen Schritt kaum wahrnehmen - selten für einen Zwerg in schwerer Rüstung. Ich hielt wieder inne, und blickte staundend umher. Ich sah kleine, wild umhertollende Tiere, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. sie hatten rotgoldenes Fell, am Bauch jedoch waren sie schneeweiß, mit einer kurzen Schnauze und kurzen, wenn auch kräftigen Hinterläufen. Es mussten noch junge Tiere sein, dachte ich mir, sie schienen spielend und voller jugendlichem Überschwang einander zu jagen. Ein herrliches Schauspiel. Der Vogelgesang kam nun aus allen Richtungen, in allen Klängen und möglichen Tönen, sodass mein Gehör stets erfüllt war von lieblichem Gesäusel, das der Wind, der von Zeit zu Zeit durch die Blätter wehte, in alle Richtungen davon trug.
Einige hundert Schritt weiter schien ich an eine Art Lichtung zu kommen. Der Himmel war durch das Blätterdach zu sehen, und ich trat noch einige Schritt weiter vor, um mich am Rande einer kleinen Klippe wiederzufinden, die über und über ebenfalls mit Moos bedeckt war. Vor mir ging es ein gutes Sück abwärts, und unter mir lag ein kleiner, glitzernder Waldsee, durch und durch dunkel gefärbt, und wiederum gesäumt von verführerisch duftenden Pflanzen und Gesträuch. Auf einmal sah ich, wie sich dort unten was bewegte: Ein altes, gebückt laufendes Wesen mit grauen Haaren und langer, dunkelgrüner Robe schien am Wasser entlang zu gehen und etwas zu suchen. Ich rief zur Begrüßung hinab, voller Überschwang, endlich jemanden getroffen zu haben, der mir Auskunft geben könnte darüber, wo ich war, und was ich zu tun hätte, um meine neue Existenz zu begründen. Das gebückte Wesen bat mich mit einer Geste herunter zu sich, hieß mich aber gleichzeitig ruhig zu sein, um die Ruhe der Wälder zu bewahren.
So stieg ich also westwärts herunter, und trat vor das Wesen hin. Trotz seines Alters erkannte ich eindeutig, dass es ein Elf sein musste, den ich vor mir hatte. Ich wusste, er könnte mir helfen, all jene Fragen zu beantworten, die sich aufgestaut hatten, die sich in meinem Kopf aneinander drängten, und begierig waren, alle zugleich herauszusprudeln. Ich öffnete meinen Mund, aber bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte, begann der Elf zu sprechen:

"Seid willkommen, Zwerg, in meinem kleinen Reich. Hier lebt niemand außer mir, denn ich bin ein Eremit, der schon vor Jahrzehnten des Lebens draußen vor dem Wald überdrüssig wurde, und sich hierher zurückgezogen hatte. Jedoch, seid Euch bewusst, ich bin derjenige, den Ihr sucht, um Eure Fragen zu beantworten, auf die Ihr im Lauf Eurer "Reise" gestoßen seid. Doch kommt, setzt Euch, und ich werde Euch alles erzählen, denn ich bin alt und weise, und kenne den Lauf der Welt."

Verwundert blickte ich dem Elfen ins Gesicht. Woher wusste, welche Fragen ich hatte, und was meine Ziele waren? Und woher wusste er über alles Bescheid, was jenseits des Waldes vorging, wenn er ihn seit Jahrzehnten nicht verlassen hatte?
Wieder öffnete ich den Mund, und wieder kam mir der Elf zuvor:

"Wo Ihr gelandet seid? Nun, dies ist alles andere als ein Eiland, auf dem Ihr gestrandet seid. Arûna, wie sich dieses Land nennt, ist vielmehr ein weitläufiger Kontinent, so groß, dass selbst ich ihn nie in seiner ganzen Ausdehnung gesehen haben werde, bevor ich das Antlitz dieser Welt verlasse. Doch ich sehe, Ihr seid ein Zwerg, und somit sind Euer Reich die Berge, das tiefe Graben von Stollen, das Schmieden prächtiger Waffen und Rüstungen, und das Produzieren von Gütern. All dies könnt Ihr finden, wenn Ihr nur einige Zeit jenseits des Waldes wandert. Jedoch, nehmt Euch in Acht, auf den Wiesen und Feldern ziehen Orks umher, wilde, niederträchtige Kreaturen, die unter anderem meinem Volk den Kampf angesagt haben. Es gibt auch weiterhin Untote, Skelette, Zombies, geplagt durch das ewige Leben nach dem Tod ihres Fleisches, die ebenfalls selbige Ziele verfolgen. Jedoch, seid beruhigt, Zwerg, Euer Schicksal war Euch wohlgesonnen! Gerade jenseits dieses Waldes liegen die Landen der Zwerge, die hohen, schneebedeckten Gipfel, und die tiefen Schluchten. Wendet Euch zunächst dorthin, um Euer Glück zu finden, und alles weitere wird sich erübrigen."

Mir verschlug es die Sprache. Kein Eiland? Nicht allein mit einem seltsamen Elfengreis, der alles - woher auch immer - über mich zu wissen schien? Zwergenbrüder direkt jenseits des Waldes? Wie vielversprechend das alles klang! Ich musste das Paradies gefunden haben. Jedoch, wie konnte es das Paradies sein, wenn es Krieg und Mord, böse und finstere Gestalten gibt? Skelette, Orks, Zombies, Untote? Nun, das würde ich in Zukunft herausfinden müssen. Nur eine Frage brannte mir weiterhin unter den Nägeln. Ich sammelte mich, um meine Sprache wiederzufinden, und begann stockend:

"Woher...?"

Der alte Elf lachte auf, und ein belustigtes, aber freundliches Licht blitzte in seinen Augen.

"Nun, Zwerg, ich lebe hier schon seit Jahren und Jahrzehnten. Die Tiere des Waldes sind meine Beschützer, aber auch meine Freunde. Sie kommen und erzählen mir alles, was um den Wald herum geschieht, und sie vermögen so einiges zu lesen, was dem bloßen Auge verborgen bleibt. Ich wusste, dass Ihr dort gestrandet wart, und ich wusste, dass Ihr zu mir kommen würdet. Ich wusste, was Eure Ziele sind. Jedoch weiß ich nicht, wer Ihr seid, und woher ihr kommt. Ebensowenig, wie ich Euch beantworten kann, welchen Pfad Ihr einschlagen werdet. All dies hat das Schicksal bereits entschieden, und ich bin lediglich ein einsamer alter Eremit, der dem Abend seines Lebens entgegen sieht. Doch nun geht, und nehmt Euer "neues Leben" in Eure eigenen Hände."

Plötzlich sprang der Alte mit einer bewundernswerten Behendigkeit auf, lief einige Schritte ans Wasser und hob einen braunen Gegenstand auf. Er kam zurück und übergab ihn an mich.

"Ah, da ist er ja, ich hatte ihn schon gesucht. Diesen Lederbeutel möchte ich Euch zum Geschenk machen, und Euch bitten, dass Ihr eine kleine Erinnerung an den ersten Tag Eures neuen Lebens hier auf Arûna bewahrt. Denkt an diesen Tag zurück, und Ihr werdet Sicherheit finden, auch wenn Ihr in Zeiten des Sturms auf unsicheren Pfaden wandelt. Ach ja, einen Gefallen tut mir bitte noch: Öffnet den Beutel erst, wenn Ihr den Wald verlassen und die Gebirge betreten habt."

Mit diesen Worten wandte sich der Elf um, und verschwand in den tiefen des Waldes. Ich jedoch blieb noch eine Weile im Wald, um seine Idylle, seine Ruhe und seine paradiesische Farbenpracht zu genießen. Vertieft in Gedanken fieberte ich dem neuen Land und meinem neuen Leben entgegen. Der Abenteurer in mir war erwacht...

Verfasst zur 8. Stunde des Lichts am 21. Sommertag des Jahres 705.


Band I, Kapitel II

Nach kurzem Schlummer auf dem weichen Moosboden wachte ich plötzlich auf. Hatte ich das alles geträumt? Der alte Eremit, diese überwältigende Flora und Fauna? Und was war mit dem Gesang der Vögel geschehen? Warum waren keine Tiere mehr zu sehen? All diese Fragen schossen mir gleichzeitig durch den Kopf. Ich öffnete die Augen und sah mich um. Alles war totenstill, kein Blatt bewegte sich, kein Lebewesen rührte sich, und auch die Farbenpracht schien wie verschluckt. Alles lag dunkelgrün und bräunlich da, fast modrig. Der verführerische Duft, den ich noch immer im Gedächtnis hatte, war ebenfalls verschwunden. Wie konnte das sein? Ich schwang mich auf, und schritt dahin hinunter, wo ich den Eremiten zuerst erblickt hatte. Ich fühlte mich plötzlich wie in einer anderen Welt. Das Azur, das ich noch am Tage zuvor über dem See erblickt hatte, war nun in ein tiefes Anthrazit übergegangen. Es war also Nacht? Aber weder Mond noch Sterne prangten am Zelte Therals, und in der Ferna sah ich Nebelschwaden aufziehen. Ich lief umher, um den Alten zu suchen, denn ich spürte, es musste etwas komisches geschehen sein, oder es war etwas Unheimliches im Anflug. Selbst unter meiner Rüstung begann mir zu frösteln, und ich wurde hektischer und unruhiger. Vielleicht würde mir ja der Beutel weiterhelfen? Ich musste mit mir lange ringen, das Versprechen an den Alten nicht zu brechen und den Beutel ungeöffnet zu lassen. Ich hielt erneut inne. Wieder Totenstille. Ich fühlte leichtes Unbehagen, und spürte, wie sich mir etwas in meinem Rücken näherte. Wenn ich still stehen bliebe, würde es mich vielleicht übersehen? Es kam näher, und ich stellte mir vor, wie ich einen Hauch in meinem Nacken spürte. Wie in Trance und aus heiterem Himmel zückte ich meine zweischneidige Axt und wollte gerade herumfahren, doch eine Hand riss mich zu Boden. Ich war wie vom Blitz getroffen, und konnte mich einige Zeit nicht bewegen. Wer oder was auch immer mich niedergerissen hatte, es war noch immer neben mir, ich vermochte aber in der Dunkelheit nicht zu erkennen, wer oder was es war. Ich wagte nicht zu sprechen, oder auch nur ein wenig tiefer einzuatmen. Und plötzlich zeriss ein ohrenbetäubender Schrei die Stille, alles durchdringend, in höchsten Tönen kreischend. Dieser Schrei ging mir durch Mark und Bein, und auch das Bedecken meiner Ohren half nicht im geringsten. Es war eine Qual, diesen Schrei ertragen zu müssen, aber es blieb keine andere Wahl. Und während der Schrei noch andauerte, fegte mit einem Male ein sturmartiger Wind durch das Innere des Waldes, riss kleinere Sträucher und Bäumchen entzwei oder entwurzelte sie. Staub und Erde wurden aufgewirbelt, und mir fiel es schwer, meinen Körper unter Kontrolle zu halten, und nicht vom Wind erfasst zu werden. Doch nach wenigen Sekunden war der Wind verflacht, und alles wurde wieder totenstill. Ich hörte hinter mir ein kurzes Knacken, und eine kleine Flamme leuchtete auf. Ich versuchte mich mit all meiner verbliebenen Kraft umzuwenden. Im Scheine des Feuers sah ich ein Wesen, das sich gerade eine Art Pfeife anzündete. Seelenruhig und gelassen vernahm ich, dass nun alles vorbei sei. Sofort erkannte ich, dass es der Alte war. Ohne zu realisieren, was passiert war, wollte ich sofort nachfragen, was denn geschehen sei, und warum. Doch ich konnte meinen Mund gerade einmal halb öffnen, da flüsterte der Alte:

"Erhebt niemals die Stimme im Wald. Ich weiß, dass Ihr nicht versteht, was hier gerade vor sich ging, aber ich kann Euch versichern, es ist vorbei. Der entstandene Schaden und die entwurzelten Bäume verraten mir, dass außerhalb des Waldes etwas Schreckliches geschehen sein musste. Ihr tätet gut daran, zumindest die nächsten Nächte im Wald zu verbringen, ich kann nicht genaus sagen, wo das Übel seine Wurzel hatte. Es muss einen Krieg gegeben haben, eine Schlacht, oder eine verheerende Katastrophe. Felder brannten, Tiere starben. Tod und Verderben wurden über Arûna gebracht. Dies, was Ihr soeben vernommen habt, war der Ruf der Natur. Der Schrei der Welt, dass Unrecht geschehen ist, dass das Gleichgewicht schwankt. Noch einmal rate ich Euch, verlasst den Wald nur am Tage, und geht keinesfalls nachts. Ich werde es Euch wissen lassen, falls ich in Erfahrung bringen kann, was die Natur so in Aufruhr versetzt. Doch nun schlaft, und sammelt Kraft, und versucht zu vergessen, was gerade geschehen ist."

Ich dankte dem Alten wiederholt für seine Hilfe, und tat wie mir geheißen, denn ich glaubte, ihm vertrauen zu können, nicht zuletzt dank der letzten Ereignisse. Ich schrieb noch meine Notizen im Schein eines Kerzenstummels nieder, bevor ich mich wieder zur Ruhe legte.

Verfasst zur 11. Stunde der Finsternis am 22. Sommertag des Jahres 705


Band I, Kapitel III

Erwacht aus tiefem, erholsamem Schlafe, wurde es nun wohl endlich Zeit, den Wald zu verlassen, sagte ich mir. Schritt um Schritt ging ich voran, langsam, denn das Unterholz war dicht, und von einer für einen Zwerg nicht zu vernachlässigenden Höhe. Ich musste mich zwingen, meine Axt am Gürtel zu lassen, denn ich dachte an den Alten, und wollte daher meine Waffe nicht gegen die Waldflora erheben. Je weiter ich durch das Dickicht schritt, desto mehr Licht drang nun durch das Blättergewölbe herein, und es tat gut, die einzelnen Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren. Schritt um Schritt kam ich voran, bis ich endlich den Rand des Waldes erreicht hatte. Ich trat heraus, und einmal mehr konnten sich meine Sinne an einem wahrlich majestätischen Anblick ergötzen: Vor mir öffnete sich eine weite Ebene, auf die ich von einer kleinen Anhöhe hinabblickte. Es waren prächtige Farben, die mein Herz erfreuten: Da waren grüne Weideländer, goldgelbe Getreidefelder, ein klarer, gemütlich dahinplätschernder Fluss schlängelte sich zwischen ihnen hindurch, und die Sonne tat ihr übriges. Das ganze Land lag in einem Glanze da, unbeschreiblich ruhig und friedlich. Kaum zu glauben, dass hier Krieg herrschen sollte, oder dass Raubbau an der Welt getrieben werden sollte. Ich blickte in die Ferne, und am Horizont erhoben sich majestätische Gebirge, deren Gipfel durch das Sonnenlicht wie in pures Gold getaucht schienen. Dies wird also mein nächstes Ziel sein, dachte ich, und schnürte meinen Gürtel ein wenig fester. Von nun an sollte es ein wenig schneller vorangehen, und ich schickte mich sofort an, die Anhöhe festen Schrittes hinabzugehen.

Nach einigen Meilen querfeldein traf ich auf eine Straße. Sie war nicht sonderlich gut ausgebaut, jedoch würde sie meine Reisegeschwindigkeit deutlich erhöhen. Und so schritt der Tag fort, und am Nachmittag kam ich an die ersten Getreidefelder, die in voller Ährenpracht dalagen. Fleißige Bauern hatten alle Hände voll zu tun, die Feldfrüchte zu ernten, und mit großen Holzkarren in die Lager zu verfrachten. Mein Herz hüpfte vor Freude, als ich sah, dass ein kleineres Feld von einem alten zwergischen Bauer bestellt wurde. Ich lief auf ihn zu, grüßte ihn und unterhielt mich voller Überschwang mit ihm. Es tat gut, einen Gleichgesinnten in fremden Landen zu sehen, und es tat gut, zu wissen, dass man auf weitere treffen würde. Wir saßen uns kurz an den Rand des Weges, und ich teilte meine Ration getrocknetes Fleisch mit ihm, woraufhin er nicht zögerte, mir von seinem Brot anzubieten. Und als wir aßen, fragte ich ihn, wie ich denn auf schnellstem Wege in die Berge gelangen könnte, die sich vor uns am Horizont erhoben.

"Folgt einfach dieser Straße, junger Zwerg, und macht Euch keine Sorgen, der Weg ist sicher. Tapfere Zwergenkrieger halten Tag und Nacht Wache über unser Land, und kein Eindringling wird Gelegenheit haben, einem unserer Brüder ernsthaft Schaden zuzufügen."

Mich beruhigten die Worte des Zwergen ungemein, denn nichts wünschte ich mir sehnlicher, als ein Leben in Frieden und Ruhe, ohne Angst, ohne Morden, ohne Brandschatzen. Und wie sehr beruhigten mich diese Worte im Hinblick auf die Unsicherheit, die ich nach wie vor in mir trug, die in mir erwuchs, seitdem ich dieses unbekannte Land betreten hatte. Ich malte mir aus, wie es sein würde, meine eigene kleine Mine zu besitzen, meinen eigenen kleinen Forst, um Holz zu schlagen, und meine eigene kleine Esse, um meine eigenen Schilde und Rüstungen zu schmieden. Wie würde es sein, Seite an Seite mit anderen Zwergen friedlich Handel zu treiben, ohne Angst davor zu haben, dass Karawanen überfallen würden, oder der eigene Marktplatz überfallen würde? All diese Gedanken, positiv und erfreulich, trieben mich an, weiter zu gehen, immer weiter, bis ich schließlich mein Ziel erreichen würde. Und so brach ich auf, und rastete nur selten, so oft es eben nötig war, und meine Füße trugen mich selbst für mich ungeahnte Strecken, angespornt von der Hoffnung und der Zuversicht, mein neues Leben nach meinen Vorstellungen gestalten zu können. Stunde um Stunde wanderte ich, über die weite Ebene, die schier unendlich scheinenden Grasländer, vorbei an Wildblumen, die in allen Farben den Wegesrand säumten, über wackelige Holzstege, vorbei an kleinen Forsthäuschen und Handelsposten, Bauernhäuschen und Stallungen. Ich wanderte und wanderte, bis ich endlich zu Sonnenuntergang den Fuß des großen Gebirges erreicht hatte. Ich blickte auf zu den Gipfeln, die nun nicht mehr golden, sondern blutrot gefärbt waren, und ich war mir sicher, noch nie ein solch hohes Gebirge gesehen zu haben. Ich sah mich um, ob es einen Platz zum Übernachten gäbe, denn die Nacht stand bevor. Ich erspähte versteckt hinter einem kleinen Wäldchen ein kleines Gasthaus, und als ich mich näherte, drang fröhliche Musik durch die Fenster nach außen. Ich entschloss mich, noch zwei Krüge Bier in geselliger Runde zu mir zu nehmen, bevor ich mich auf ein Zimmer zurückzog, um meine Memoiren festzuhalten, bevor ich mich erneut zur Ruhe bettete.

Verfasst zur 3. Stunde der Finsternis am 35. Sommertag des Jahres 705


Band I, Kapitel IV

Endlich finde ich wieder Zeit, meine Memoiren weiter zu verfassen. Mittlerweile sitze ich schon hier, in meinem eigenen Gemach, um mich herum werden noch immer Hallen und Kammern aus dem Stein gemeißelt, und viele Fuß darunter treiben meine ersten Gefolgsleute, heimatlose zwergische Nomaden und fleißige fahrende Händler aus dem Gebirge, Stollen tiefer und tiefer in den Berg. Mit fiebrigem Eifer gingen die Arbeiten voran, und eben deshalb hatte ich kaum Gelegenheit, einige ruhige Minuten zu finden. Ich wollte versuche, mich - um die Chroniken möglichst lückenlos erscheinen zu lassen - in einer besonnenen Stunde an die vergangenen Wochen zu erinnern, sie noch einmal geistig an mir vorüber ziehen zu lassen. Es schien mir zu gelingen...

Als ich im Gasthaus aus meinem tiefen Schlafe erwachte, sah ich bereits, wie die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über das Gebirge gefunden hatten. Sie fielen durch das Fenster hinein, und erhellten den Raum auf eine sehr wohlige und angenehme Weise. Ich ließ mir noch eine kräftige Stärkung aufs Zimmer kommen, legte meine Rüstung an, schnürte meine Axt, und machte mich auf, das Gebirge aus nächster Nähe zu betrachten. Als ich aus der Taverne ins freie trat, umwehte mich eine leichte Brise. Die Morgenluft war frisch und kühl, genau das, was ich für meine Expedition ins Gebirge gebrauchen könnte. Ich bemühte mich, jeden Schritt, den ich tat, skizzenhaft auf einer Art Karte festzuhalten, um einigermaßen die Orientierung zu behalten, und um notfalls an den Ausgangspunkt meiner Reise zurückkehren zu können. Doch schon als ich die ersten Stiege nahm, merkte ich, dass diese Berge, so majestätisch und prachtvoll, mein neues Zuhause werden würden. Ich fühlte mich auf Anhieb in meinem Element, und es war, als wäre der Stein gewillt, mich als neuen Anwohner zu beheimaten. Ich ging also weiter voran, und zu meiner Überraschung waren bereits kleine Trampelpfade angelegt, die mir meinen Aufstieg wesentlich erleichterten. Ich wandte mich auf dem ersten Pass noch einmal um. Ich blickte hinab auf die Ebene, die Felder und die Wiesen, die ich die Tage zuvor durchwandert hatte. Ich sah am Horizont den Wald, in dem ich meine allerersten Tage auf diesem Kontinent verbracht hatte. Alles sah so friedlebend und ruhig aus. Die Sonne an Therals Zelt strich sanft über die weitläufige Landschaft, und es war als könne man die glitzernden Tautropfen im Grase sehen, denn es war ein wahrlich glänzendes und schimmerndes Grün, das meine Augen im Tale erfassten. Ich setze mich ein wenig abseits, um meine Aufzeichnungen zu korrigieren, denn von hier oben hatte ich einen weit besseren Überblick über die Lande dort unten.

Nach kurzer Pause setzte ich meinen Weg fort, bis über Mittag - zumindest musste es Mittag gewesen sein, denn die Sonne stand an ihrem wohl höchsten Punkt an diesem Tage. Ich erklomm den - soweit ich es beurteilen konnte - höchsten Punkt des Massivs, von dem aus ich endlich auch in die andere Richtung über das Gebirge hinaus blicken konnte. Ich sah wieder ein kleines, grünes Tal, auf dessen anderer Seite sich ein weiteres, noch viel höheres Massiv erhob. Wie hoch es war, vermochte ich von hier nicht zu schätzen, jedoch lagen auf unzähligen Wipfeln große Schneemassen, die sich wiederum auf dem Massiv, auf dem ich stand, in Grenzen hielten. Ich war sofort wieder von der Abenteuerlust gepackt, und ich wusste, ich musste auch dieses Massiv erstürmen! Der Drang, weiter zu wandern, neues Land zu erkunden und andere Wesen zu treffen, ließ mein Herz schneller schlagen, und versetzte mich in einen Zustand, in dem ich weder Rast noch Ruhe haben wollte, bevor ich nicht meine Ziele erreicht hatte. So wanderte ich durch das Massiv, übernachtete in kleinen Höhlen oder unter massiven Felsvorsprüngen, wusch mich in klaren Gebirgsquellen und füllte meinen Wasserschlauch Mal um Mal. Vertrocknetes Geäst lieferte mir die Möglichkeit, kleine Feuer zu machen, und allerlei wildes Getier ergänzte mein tägliches Mahl um einige herzhafte Bissen Fleisch. Und ich zog weiter, Tag für Tag, Meile um Meile, bis ich auch dieses Gebirgsmassiv hinter mir ließ, und vor mir die Ebene mit den anschließenden gigantisch anmutenden Bergen liegen sah. Ich dachte bei mir, ob es klug wäre, direkt das Gebirge in Angriff zu nehmen, oder ob es nicht doch vernünftiger wäre, eine Unterkunft für einen oder mehrere Tage zu finden, um meine Reserven und meine Vorräte wieder zu füllen. Ich entschied mich für die zweite Variante, und fand unweit abseits einer gut ausgebauten Straße - sie musste wohl zu Handelszwecken errichtet worden sein - einen kleinen zwergischen Handelsposten. Schon am Eingang erwartete mich ein Wappen über der Tür, was mir verriet, dass dieser Handelsposten zu einem Stamm oder zu einer Gilde gehören musste. ich betrat das Gebäude, und ohne wirklich erstaunt zu sein, sah ich, wie mich die Zwerge, die alle die gleiche Rüstung und das gleiche Wappen an sich trugen, misstrauisch musterten, denn schließlich ward das meinige Wappen ebenfalls noch nie auf Arûna erspäht worden. Ich verstand nicht, warum Zwerge ihren Artgenossen derart misstrauisch gegenüberstehen konnten, aber es musste ja irgendeinen Grund geben. Doch um dies herauszufinden, würde mir ja noch genug Zeit bleiben. Also grüßte ich freundlich:

"Theral mit Euch, Zwergenbrüder!"

Und sofort stellte sich ein Lächeln auf den Gesichtern der Beobachter ein, sie schienen erleichtert über etwas zu sein. Vielleicht war es der Name Therals, der ihnen ein gutes Gefühl bescherte. Jedenfalls hießen mich die Zwerge in ihrem Posten willkommen, gaben mir Speis und Trank, boten mir eine Unterkunft an, und wollten alles über mich, meine Herkunft und meine Reise erfahren. Nun, abgesehen von der Reise und meinen Zielen konnte ich den wackeren Burschen nichts weiter anbieten, denn der Teil des Gedächtnisses, der meine Herkunft und mein Leben beinhaltete, war mir nach wie vor unzugänglich. Ich erfuhr selbst einiges, über die Landen, die Zwerge, andere Wesen, die auf Arûna lebten, den Handel, die Wirtschaft und so einiges mehr. Nach dieser ausführlichen Unterhaltung bat ich darum, mich zurückziehen zu können. Dieser Bitte wurde entsprochen, und ich bettete mich ein weiteres Mal zur Ruhe...

Wie aus der Trance erwacht blicke ich auf, denn ein junger Zwerg war in mein Gemach gestürmt und hatte dabei einen Höllenlärm verursacht. Voller Ungeduld und Unruhe rief er irgendetwas von "Mine fertig" und "Arbeit aufnehmen". Ich hieß ihn zuerst, einen Schluck Wasser zu trinken, sich zu beruhigen, und mich abschließend in die Mine hinunter zu führen, damit ich die Bergwerke selbst betrachten könne, und höchstselbst den Gefolgsleuten den Befehl zum Abbau der wertvollen Bodenschätze geben könne. Dies ist ein großer Moment, und die Vergangenheit sollte niemals der Gegenwart vorgezogen werden. Die Memoiren können warten.

Verfasst zur 6. Stunde des Lichts am 10. Herbsttag des Jahres 705


Band I, Kapitel V

Nun ist es Zeit. Ich hatte mich offenbart. Meine Absichten waren nun klar, wie sie klarer nicht hätten sein können. Ich ließ mich provozieren, und ließ mich zu einer Aussage hinreißen, die mein bisheriges Dasein irrelevant werden ließen. Doch ich will zumindest versuchen, die Darstellung in schriftlicher Form einigermaßen lückenlos erscheinen zu lassen.

Ich frage mich, was die Zwerge dazu bewogen hätte, so misstrauisch zu sein. Waren hier Mächte und Vorgänge am Werk, die ich nicht verstand? Es bedurfte wohl einiger Forschungen, um zu erfahren, was diese Entwicklung bedingte. DOch zuerst würde ich mich niederlassen müssen, meinen Stamm gründen und eine Siedlung aufbauen. Ich machte mich also sofort ans Werk, einen guten Platz zu suchen. Provisorisch lag mir ein Platz im Auge, der nicht unweit einer großen Straße lag. Am Fuße eines Berges, und gegenüber ein kleines Wäldchen. Dazwischen ein ausreichender Platz für Bauern, ihre Felder zu bestellen. So sollte es zunächst sein. Nach ein paar Tagen hatten sich mir die ersten Zwerge angeschlossen, und ich beschloss, mit den mutigsten von Ihnen, die nähere Umgebung zu erkunden. Die umliegenden Gebirgsketten mussten einfach weitere Siedlungen beherbergen, denn welch Sinn würde dann auch der Handelsposten im Tal und die ausgebauten Straßen machen? Wir trafen auf unserer Tour durch das umliegende Land auf viele Wesen, nicht nur Zwerge, die aber bereitwillig Auskunft erteilten, über was man zur Zeit in diesen Landen spräche und wo man andere Siedlungen finden könnte. Mir wurde zunächst der Weg nach Barak Varr gewiesen, der Heimat des Valreas. Jedoch war ich betrübt, nach einem nicht zu verachtenden Fußmarsch zu erkennen, dass die Tore verschlossen waren, und sich keine Seele zu rühren schien. Auch schien sich niemand dafür zu interessieren, was ich den vor den Mauern der Stadt täte, und so beschloss ich meinen Kundschaftern den Rückzug zu befehlen, und wandte mich wieder an die Landbevölkerung. Wieder wurde mir der Weg gewiesen, und wieder lagen ein paar Meilen Weg hinter uns, als wir auf eine Stadt von beträchtlicher Größe trafen. Steinerne Torwächter ließen jedoch nichts positiveres als zuvor vermuten. Wieder wurde ich nicht eingelassen. Nicht einmal ein Wort vernahmen wir von der Wache, und es war so, als wolle man dort drin niemanden sehen. Ich war erschüttert, hatte ich die zwergische Mentalität doch ganz anders in Erinnerung, erst Recht den eigenen Genossen gegenüber. Aber es musste irgendetwas passiert sein, was den Wandel der Zeit in diese Richtung getrieben hatte. Ich war vollkommen desillusioniert, und war versessen von dem Gedanken, das Geheimnis zu ergründen, das im Endeffekt die Auswirkung hatte, dass ich nur sehr schwer gesellschaftliche Anknüpfungspunkte fand.

In den folgenden Tagen stürzte ich mich auf jedes mir nur auf irgend erdenkliche Art zugängliche Schriftstück, suchte freie Bibliotheken auf und befragte einfache Bauern und Landleute, die sich keinem Fürsten angeschlossen hatten.
Ich war bestürzt, als ich erfuhr, wie sich Rassen in Ihren Gesinnungen wandeln, wie Strukturen aufbrechen und Grenzen verschwimmen. Ich sah Mitschriften der ganzen Bekanntmachungen und der diplomatischen Verquickungen, und stellte fest, dass es eine ganz andere Welt war, in die ich mich nun hineinleben müsste. Doch ich war entrüstet von meinen eigenen Genossen. Das eigentliche zwergtypische war fast ausschließlich verschwunden, alle Tugenden und Stärken unserer vorigen Generationen muteten mir auf einmal elfisch an. Aber warum "elfisch"? Was wusste ich überhaupt von Elfen, dass ich beurteilen könnte, was "elfisch" war? Und was wusste ich von zwergischen Tugenden? Und woher? Meine Erinnerung war noch immer verblasst, und es würde mehr als nur Geduld erfordern, um sie wiederherzustellen...

Als geeigneten offenen Schluss, gerade richtig, um das nächste Kapitel einzuläuten, schreibe ich diese letzten Zeilen und lege meine Feder für heute nieder. Ich muss nun wieder klare Gedanken fassen, denn von Verwirrung und überkochenden Emotionen schien mein Verstand außer Kontrolle zu geraten, und auch die Tatsache, bereits Feinde gefunden zu haben, bevor ich richtige Gefährten mein Eigen nennen konnte, gab mir zu denken, und versetzte mich in eine Art innere Unruhe...

Verfasst zur 4. Stunde des Lichts am 41. Wintertag des Jahres 705