"Ein Fluch vergangener Zeiten"

Aus Elygor
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Vier Reiter verließen dieser Tage Hohenfels. Sie trugen glänzende Schwerter, stählerne Rüstungen und weiße lange Mäntel mit einem Purpursaum, der auf ihre adelige Abstammung hindeutete. Sie ritten in das Herz des Reiches des Ordens. Dann nickten sie sich kurz zu und jeder schlug einen anderen Weg ein.

Der erste erreiche das tapfere Geolais.

Der zweite ritt nach Amador, der Schönen.

Der dritte kam ins machtvolle Emessa.

Als letzter schließlich erreichte der vierte Reiter die wackere Grenzfeste Cimmerien.

Ihnen allen wurde Einlass gewährt und sie überbrachten den Herrschern der Festen, den Oberhäuptern des Ordens eine Depesche.


Meine tapferen Kampfgefährten und lieben Freunde,

lange habt ihr nicht mehr Hohenfels besucht. Vieles habe ich noch nicht erzählt, was mir im großen Krieg gegen die Orks widerfahren ist. Vieles habt ihr noch nicht gesehen. Aber nun muss ich mit euch reden, denn es könnte sein, dass ich den Grund kenne, warum unsere tapferen Soldaten in den jüngsten Schlachten so schmählich dahingemetzelt wurden.

Kommt nun also, so es euch eure Zeit erlaubt nach Hohenfels. Das Schicksal unsere Volkes könnte davon abhängen.


Gezeichnet

Arthas von Hohenfels, Ordens-Ritter




Es war noch früh am Morgen und der Bote konnte schon von weitem die riesigen Rauchwolken der Stadt Emessa sehen, die sich mehrere 1000 Schritt in den Himmel erhoben.

Der Ordenspriester war der erste, der seine Heimat verließ und alles verbrannte, was er zurücklassen musste.

Dem Boten gelang es, die nach Norden ziehende Karawane einzuholen und die Nachricht aus Hohenfels zu überbringen.

Sofort machte sich Panrus Varlak auf, dem Boten zu folgen und sie brachen auf, Hohenfels noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.




Panrus Varlak war der Erste, der am frühen Nachmittag Hohenfels erreichte. Auch in Hohenfels war man bereits Waren auf Wagen am laden. Die Menschen packten ihr Hab und Gut zusammen.

Panrus wurde von einer Wache in den Thronsaal geführt.

"Lasst uns allein."

erscholl Arthas Stimme. Der Wachsoldat verbeugte sich kurz, verließ den Raum und schloss das gusseiserne Tor hinter sich mit einem lauten, dumpfen Ton.

Arthas saß alleine an einer großen hölzernen Tafel. Er sah ungewaschen aus, das Haar hing strähnig in sein Gesicht herunter.
Er hatte sich seit Tagen nicht rasiert und sein Blick war starr geradeaus gerichtet.

Sein Schwert stand unbeachtet in einer Ecke.

Nun Panrus, ihr seid der Erste des Ordens. So setzt euch doch.




Erschöpft von der schnellen Reise, ließ Panrus Varlak sich auf eine der Holzbänke nieder, die an der riesigen Tafel standen.


Sprecht mein Bruder, was gibt es so dringendes?
Ihr seht nicht gut aus, von eurem Geruch will ich garnicht erst reden.

Was bedrückt euch?

Es scheint von großer Bedetung zu sein, wenn ihr uns von den Vorbereitungen des Wegziehens zurückholt.
Gestattet mir ein Glas Wein, bis die anderen hier eintreffen, ich denke es sollten alle zur selben Stunde erfahren.




Arthas ließ Wein bringen. Nachdem Panrus getrunken hatte blickte der Herrscher von Hohenfels ihn an. Seine Augen waren mit blutigen Adern gefüllt.

Ich bin verflucht. Es quält mich seit Monaten. Ich finde kaum Schlaf.

Arthas stand müde auf und griff nach seinem Schwert

Doch nun verlasst den Raum. Ich erzähle euch morgen mehr. Sie werden bald hier sein. Wie jede Nacht. Ich will euch nicht zumuten diesen Kampf führen zu müssen.




Panrus Varlak, dachte nicht daran, den Raum zu verlassen. Er zog sein Schwert und sprach zu dem vollkommen veränderten Arthas

Dieser Fluch wird heute Nacht weichen! Raren selbst sandte euch einen ihrer Priester, der Heute Nacht an eurer Seite stehen wird.

Ich müsst mir mehr erzählen, wenn wir den Fluch beseitigen wollen.
Seit wann plagt er euch nun schon und warum meldet ihr euch erst jetzt?
Schenkt ihr euren Brüdern kein Vertrauen mehr?




Ich dachte ich schaffe es alleine, den Fluch zu bezwingen, ich dachte ihr hättet andere Sorgen, ich dachte...

In diesem Moment, genau in jeder Sekunde, als die Sonne vollständig vom Horizont verschwand wehte plötzlich ein kalter Wind in den Raum, der die Fackeln flackern ließ.

Sie kommen!

rief Arthas und ging in Kampfposition.

Plötzlich flogen Schatten durch die Fenster des Raumes. Es waren viele, dutzende. Unheilige, schwarze, durchscheinende Gestalten ohne feste Konturen griffen nach den Kriegern.

Nur gesegnete Waffen vermögen sie zu verletzen. Sie werden jede Nacht stärker und sie verschwinden erst im Morgengrauen.

Arthas schlug nach einem der Geister. Gebete auf den Lippen stellten die beiden Glaubenskrieger sich Rücken an Rücken und hielten die Wesen fern. Jedesmal wenn eine ihrer heiligen Klingen einen Geist streifte kreischte dieser und wich zurück.
Eine volle Stunde kämpften sie so, während die Schatten ihnen Stück für Stück ihre Kraft und Lebensenergie raubten.

So stark wie in dieser Nacht waren sie noch nie. Wir sind verloren. Raren stehe uns bei.




In Geolais herrschte reges Treiben. Riesige Karren wurden beladen, Häuser leergeräumt und Waffen geschliffen. Inmitten des regen Treibens trieb sich ein Mann in leichter Rüstung und langen Haaren herum, der als einziger seine Waffe nicht abgelegt hatte. Er warf einige Ziegel auf einen Wagen, als ein aufgeregter Mann ihn rief.

Kommandant!

Der Bewaffnete drehte sich um und sah einen Boten, mit einer Depesche auf ihn zurennen.

Was willst du, Mann? Siehst du nicht, dass wir beschäftigt sind?

rief er, und riss ihm die Depesche ungehalten aus der Hand. Er brach das Siegel und überflog die Schrift. Er wies den Boten an, sich an seine Krieger zu wenden und sich Unterkunft geben zu lassen. Dann gab er sein Schwert einem anderen Krieger und wies ihn an, es zu verstauen. Er selbst machte sich auf den Weg in seine Kathedrale.

In der Kathedrale angekommen rauschte er an den Priestern vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Die heiligen Männer nahmen dies hin, und der Langhaarige stürmte den Altarraum. Dort erst hielt er inne, kniete sich hin und sprach ein leises Gebet. Dann öffnete er den Schrank auf dem Altar. Ein in Silber und Gold eingeschlagener Kasten kam zum Vorschein. Er öffnete diesen mit äusserster Vorsicht und nahm den Inhalt, ein langes Schwert, das in Tücher gewickelt war, heraus.

Lange ist es her, dass ich dich an meiner Seite trug. Doch ich habe ein sehr schlechtes Gefühl für diesen Ritt, Alagos. Du begleitest mich.

Er verließ die Kathedrale und setzte sich, ohne seinen Männern noch ein Wort zukommen zu lassen, auf sein Pferd und ritt nach Hohenfels.

Die Sonne war schon untergegangen, als er das Tor erreichte und Einlass verlangte. Die Wachen wagten nicht, ihn aufzuhalten. Die Klinge an seiner Seite blendete sie, und sein wütender Auftritt tat ein Übriges. Er lief unbehelligt durch die Gänge und Flure, zielstrebig zum Thronraum des Arthas von Hohenfels. Als er sich der Tür näherte, hörte er Kampfgeräusche. Doch die Wachen wollten ihn nicht passieren lassen.

Herr,

sagten sie

es ist nicht sicher um diese Zeit den Raum zu betreten!

Doch er liess sich nicht aufhalten und stieß die Wachen unwillig beiseite. Die eine Hand am Schwert und die andere am Türgriff öffnete er schwungvoll das kunstvoll verzierte Tor. Er wagte nicht, seinen Augen zu trauen.
Dort standen Panrus Varlak, sein Priester, und sein Bruder Arthas, im Kampf mit kaum sichtbaren Schattenwesen. Alagos fuhr nahezu von alleine aus seiner Scheide und streifte eine der Gestalten. Diese wich kreischend zurück. Ein fürchterliches Kampfgebrüll anstimmend hieb er sich einen Weg zu seinen Brüdern frei.




In nächtlicher Stund, als die Dunkelheit rasch in die Welt geflogen und der eisige Mond das träumend schneeverhüllte Land beschien, versank Cruaidh in den sanften weißen Armen einer Maid. Es herrschte Ruhe, trügerischer Frieden. Ein Feuer prasselte knackend in dem großen offenen Kamin und verbreitete wohlige Wärme in den kargen Gemächern des Barbarenfürsten. Der gesamte Raum war in das melancholisch romantische Licht des orange-roten Feuers getaucht. Einzig und allein das kalte Mondlicht fiel steil durch ein schmales Fenster und vertrieb die tanzenden Flammenschemen.
Plötzlich pochte es heftig an der schweren Eichentür zu seinem Gemach. Der Barbar schreckte unsanft aus seinem Halbschlaf auf und sprang vom Bett. Hastig bedeckte seine Bettgefährtin ihre üppige Blöße während er selbst seinen hünenhaften Leib in schlichte Leinengewänder hüllte.

Wer stört um diese Stunde?

fragte er barsch mit seiner tiefen Stimme während er die Türe öffnete. Eine Wache erschien vor ihm. In der einen hand hielt sie eine dumpf leuchtende Laterne, in der Anderen ein versiegeltes Schreiben, das er dem Barbarenfürsten reichte. Mit einer Handbewegung brach er das Siegel und las rasch den Inhalt der Botschaft, während ihm die Wache Licht spendete und ab und an einen verstohlenen Blick der Maid im Bette Cruaidhs zuwarf, die mit verschmähenden Blicken antwortete. So schnell er die Nachricht gelesen hatte, so rasch ließ er sie gen Boden fallen, gab dem Wachmann den Befehl ein halbes Dutzend Berserkir vor dem Stadttor zu sammeln, während er selbst zurück in sein Gemach ging um sich mit Lederzeug, Kettenrüste und einem dunkelbraunen Bärenfell einzukleiden. Abschließend nahm er seine schwere Axt von der Wand und verließ seine Räumlichkeiten, das Mägdlein allein im Bette zurücklassend.

Der kleine Berserker Trupp war bereits am Stadttor eingetroffen, während er auf seinen nachtschwarzen Rappen aufstieg. Er ritt an der Spitze hinaus in die schneeverhüllte Landschaft und es brauchte keines Befehles, dass die Nordmänner die er riefen ließ ihm folgten. Der Ritt war hart und brutal. Sturmwind peitschte den Trupp wie der rasend weiße Tod - Eiswind, der alles durchdringt - Kälte, die alles bezwingt. Und über allem thront herrschend die finstere Nacht. Ihre Pferde schäumten und die Leiber der Krieger wären sicher bis ins Mark erfroren - wären diese nicht durch dicke Felle geschützt gewesen - als sie Hohenfels zu noch späterer Nacht erreichten. Die Stadtwachen der feste Hohenfels erkannten ihn sofort. Wer kannte ihn denn nicht? Den Hünen aus dem eisigen Norden?

Hastig querten sie die verwinkelten Gänge und Flure der Feste, als endlich am Thronraum ankamen. Die schwere Flügeltür stand offen und zwei Wachen starten ungläubig in den Raum hinein. Er selbst hörte lediglich Kampfeslärm und dies allein ließ ihn intuitiv seine Axt vom Rücken in seine kampferprobten Hände nehmen. Ohne weiter einen Gedanken zu verschwenden stürzte er in den Thronraum. Er rechnete mit vielem, doch was er zu Gesicht bekam, ließ ihn einen Moment stocken: Drei seiner Ordensbrüder im Kampfe mit schemenhaften Kreaturen unbekannter Schatten. Sein fast animalischer Instinkt warnte ihn vor solch übernatürlichem Zauberwerk, aber er selbst sprach eine andere Sprache. Mit flammenden Mut ihm Herzen, rasendem Zorn in seiner Axt, und einem derben Schlachtenruf in der Kehle warf Cruaidh sich seinen Feinden entgegen.




Zurück!

brüllte Panrus Varlak wieder und wieder und hieb da bei wie Wild auf die Kreaturen ein! Der Schweiß lief ihm von der Stirn und sein Priestergewandt war vollkommen zerissen, von den hastigen Kampfbewegung.

Doch die Kreaturen wolten einfach nicht schwächer werden, im Gegenteil je mehr man versuchte sie zu bekämpfen, desto angrifflustiger wurden sie.

Ihr gefallenen Engel!
Von Altan bekehrt!

Im Himmel verachtet!
Doch auf der Erde verehrt!

Weicht Rarens Kräften!
Macht kehrt, Macht kehrt!

Wieder und wieder murmelte Panrus Varlak einen Priesterspruch nach dem anderen, doch diese Kreaturen schienen sich eher über den Priester lustig zu machen, als wenn sie genau wüssten, das er ihnen nichts anhaben kann.




Die ganze Nacht kämpften die vier lichten Streiter Rücken an Rücken gegen die Schatten. Selbst die mächtigsten Bannsprüche von Panrus und Arthas, selbst die große Kraft von Cruaidh, selbst Dirk's heilige Klinge vermochten die dunklen Kreaturen nicht zu bezwingen.
Keine fleischliche Wunde war an den Ordenskriegern zu sehen und dennoch wurden sie mit jeder Berührung der Geschöpfe schwächer und schwächer.

Als die Dämmerung am nächsten Morgen einsetzte schöpften die Vier neuen Mut.
Ein jeder fiel in das Gebet von Panrus ein. Der Schweiss stand ihnen auf der Stirn.

Ein riesiger Schatten näherte sich ihnen. Er griff nach Cruaidh. Der Barbar wand sich, doch er wurde schwächer und schwächer.

Arthas trat vor, ließ sein Schwert sinken und griff nach seinem heiligen Symbol Rarens.


Als Streiter für das Gute erlaube mir,
zu dienen meinem Herren dir
die Kraft sendest du uns durch deine Hand
sie verbindet uns durch ein heiliges Band
Wir waten durch ein Meer von Blut
Gib uns dafür Kraft und Mut.

Arthas nahm sein Schwert, ritzte sich tief in die eigene Hand und schleuderte dem Schatten das gesegnete Blut entgegen.

Der Schatten schrie auf und entfernte sich von dem Barbaren. Sekunden später ging die Sonne auf.

Arthas ließ sich geschwächt auf seine Knie sinken. Er war den Tränen nahe.


Ich danke euch, meine Brüder. Versteht ihr nun... dies mache ich seit Monaten durch, Nacht für Nacht...




Dirk steckte sein Schwert erschöpft ein. Ohne ein Wort zu sagen riss er den Ärmel seines Gewandes ab, kniete sich neben Arthas und verband die Wunde an seiner Hand. Dann ließ er sich auf den Rücken fallen.

Jede Nacht? Und du kommst erst jetzt zun uns?

Er richtete sich schwer atmend wieder auf. Sein Schwertarm hing schlaff und unkontrolliert an seiner Seite, und seine Rüstung sah unerklärlich gealtert aus.

Woher kommen diese Schatten? Wir konnten sie kaum zurückhalten, obwohl der Orden fast komplett versammelt war. Wären wir nicht mehr rechtzeitig gekommen Arthas, ihr wärt totes Fleisch.




Arthas richtete sich mit Hilfe von Dirk mühsam auf und schleppte sich zum Tisch

So stark wie diese Nacht waren sie noch nie. Ja du hast recht, ohne euch wäre ich nun nicht mehr am Leben. Aber nun setzt euch, meine Brüder. Ich will euch nun erzählen, was mir widerfahren ist.

Als damals der große Sturm der Orks über mich kam drangen einige Orks nach Hohenfels ein. Sie plünderten, töteten und was vielleicht das schlimmste war: Besudelten den heiligen Brunnen, der in der Mitte der Stadt steht: Den Löwenbrunnen.

Sie füllten ihn auf mit dem Blut von hundert meiner Krieger.

Als ich von dem Angriff erfuhr nahm ich die Reste meiner Armee und wir marschierten so schnell wie eben möglich nach Hohenfels.

Doch trafen wir unterwegs, auf dem Gebirgspass, auf eine Armee des Kriegsherren Dherazad. Es kam zum Kampfe und meine wackeren, doch angeschlagenen Männer unterlagen. Allein setzte ich mich ins Gebirge ab und flüchtete mich in eine Höhle.
Dort versank ich auf dem harten Felsgestein in einen unruhigen, traumlosen Schlaf.

Als ich wieder aufwachte war es dunkel... und kalt... so kalt... es fror mich von innen.

Ich stand auf und beschwor betete um einen Lichtzauber. Dann sah ich ihn.
Ein mächtiger untoter Geist grinste mich höhnisch an und sprach zu mir...


"Ahhhh Arthas von Hohenfels. Sei mir willkommen in meinem bescheidenen Heim.
Viele Dekaden habe ich hier geruht. Doch wie prophezeit erwachte ich erneut, als die Kraft der Menschen verblasste, erschüttert durch die Mächte der Dunkelheit.
Mein Name ist Damoklates. Einst war ich einer von euch, ein Ritter, der sich dem Licht verschrieben hatte. Doch das Licht birgt nur Schwäche in sich, Schwäche und Dekadenz.

Ich habe dir ein Angebot zu machen, Ordensritter. Schließ dich mir an! Lass dich von mir in die Dunkelheit führen und lass deine schwache menschliche Hülle hinter dir."

Ich schloss mich ihm nicht an. Doch erschüttert von meiner eigenen feigen Flucht und voll Trauer über den Tod der vielen Menschen, die zu beschützen mein Auftrag gewesen ist vermochte ich nicht meine Schwert zu nehmen und meine klerikale Macht anzurufen, um ihn zu bekämpfen, wie es meine Pflicht gewesen wäre.

Er verhöhnte mich weiterhin.

"Gut Arthas, gut. So soll aus dem Brunnen in der Mitte deines Reiches weiterhin nur Blut fließen, bis ans Ende der Zeit. Und jede Nacht werden dich meine Schatten heimsuchen. Vielleicht überlegst du es dir ja noch anders, Ordensritter!"

Dann verschwand er.
Ich schleppte mich zurück nach Hohenfels. Die Leute gehen nicht mehr auf den Markt, wo der Brunnen steht. Jede Nacht suchen mich die Schatten heim.

Die Menschen von Hohenfels beginnen gar, mich zu fürchten. Habe ich mich so verändert?

Wieso ich noch nicht mit euch gesprochen habe? Scham? Hilflosigkeit? Die Angst, ihr würdet mich von eurer Seite stoßen? Ich weiß es nicht, meine Brüder...




Vollkommen erschöpft lehnte Panrus Varlak an der steinerenen Hallenwand, der Schweiß stand ihm noch immer auf der Stirn und der Schrecken, den er soeben bekämpft hatte, war noch deutlich in seinen Gesichtszügen zu sehen.
Dennoch bemühte er sich, keine Furcht zu zeigen und Sprach schweratmend zu Arthas, dessen grausames Schicksal er soeben vernommen hatte.

Mein Bruder, ihr habt gut daran getan, diesen Packt mit der Dunkelheit abzuschlagen.

Für wahr ihr habt euch verändert, der alte Arthas hätte sich seinen Brüdern anvertraut, er hätte gemeinsam mit ihnen eine Lösung gesucht.

Aber ihr tragt noch immer das selbe Feuer in euch, wie früher.
Es lodert nicht mehr so stark und euer Geist ist geschwächt.

Wir werden an einer Lösung arbeiten, aber dazu brauchen wir alle Informationen die es gibt, vieleicht können wir den Fluch beenden, wenn wir den Dämon aus der Höhle erneut aufsuchen.

Doch lasst uns erst einmal wieder zu kräften kommen, dann können wir mit den anderen Priestern über den Fluch reden.

Nach seinem letzen Satz, ließ sich Panrus Varlak auf den Boden sinken.




Die Nächte waren bitter kalt und brachten Schnee und Eis mit sich, die Tage waren durchzogen von Schneeregen und Sturm, dennoch trieb der Bote sein Pferd zu Höchsleistungen an,denn seine Fracht war die wohl Wertvollste, die je die Lande Elygors durchquert hat.
Er durchritt Täler, Wälder und Hügel und Wind und Wetter peischtem ihm dabei ins Gesicht, als wollte die Natur verhindern, dass dieser Bote Hohenfels jemals erreichte.
Sein Pferd,das der Bote auf dem Weg aus der neuen Heimat des Orden schon 2 Mal gewechselt hatte, schien diese Strapazen nicht mehr lange durchzuhalten, der Schaum bedeckte den gesamten Kopf und das Pferd zitterte am ganzen Leib.
Auch der Reiter, der nun zwei Tage und Nächte ununterbrochen geritten war, war am Ende seiner Kräfte.
Er hatte keine Zeit zum essen, er nahm lediglich ab und zu einen Schluck Wasser aus einem Schlauch zu sich.
Außerdem schien er Fieber zu haben und war in ein dickes Fell gehüllt, was ihn vor der Kälte schützen sollte.
Er war unbewaffnet und hatte nur das nötigste dabei, denn seine Fracht entschied über Leben und Tod.

Endlich erreichte er die Grenzen des Menschenlandes, er zwang sein Pferd noch einmal zu Höchstleistungen an und bald schon, konnte er die prächtige Burg Hohenfels in der Ferne sehen.
Das Pferd, schien zu wissen das es nun nicht mehr Weit ist und gallopierte die letzten Kilometer in schie unglaublicher Geschwindigkeit, ehe es vor den Toren von Hohenfels zusammenbrach.
Der Reiter, wurde dabei vom Pferd geschleudert und auch er blieb regungslos liegen, er hatte nicht mehr die Kraft, sich aufzurichten.

Nur wenige Minuten waren vergangen und die Wachen aus Hohenfels waren dem Mann zur Hilfe geeilt, sie hatten das Banner des Reiter früh erkannt und wussten, das er in äußerst wichtiger Mission unterwegs war.
Der Mann wurde in das Lazarett der Stadt gebracht, seine Ware jedoch brachte eine Wache in die Halle, in der sich die Ordens-Ritter aufhielten.


Poch...Poch , schlug es an die hölzernen Hallentür.

Poch...Po Herein brüllte Panrus Varlak genervt, er wusste nicht, welch wichtige Botschaft auf der anderen Seite der Tür auf ihn wartete.
Lansgam öffnete sich die Tür und ein Botenjunge trat zögernt ihn die mächtige Halle.

Eine Na..aa..a..ch..r..r..icht für P..P..P..a..n..r..rus Va..a...

Gib schon her fuhr, Panrus Varlak den Boten sichtlich genervt von dessen Gestottere an.
Der Junge eilte so schnell es ging zu der hölzernen Tafel und übergab den Brief Panrus Varlak, im selben Moment drehte er sich um und verschwand blitz schnell aus der führ ihn äußerst unangenehmen Situation.

Nachdem Panrus Varlak das Siegel der Priester gebrochen und kurz auf den Inhalt der Nachricht geschaut hatte, veränderte sich seine Laune Schlagartig.

Brüder, es ist hier, ich kann nicht glauben, das ein Bote in so kurzer Zeit eine solche Distanz überwunden hat, aber wir haben Nachricht von den Priestern aus Emessa, wie es aussieht haben sie eine Möglichkeit gefunden, wie wir den Fluch beenden können.

Doch hört selber, was uns die Priester schreiben:


Ich grüße euch, Brüder!

Schreckliches hörten Wir aus Hohenfels, schnell haben wir gehandelt, noch schneller versprach unser Bote zu reiten und noch schneller solltet ihr umsetzen was nun folgt.
Wir haben ein Rezept verfasst, nach dessen Anleitung ihr eine Waffe schmieden sollt.
Dieser Waffe kann den Dämon vernichten.
Jedoch sind einige Dinge zu beachten und ihr solltet diesen Brief aufmerksam verfolgen, denn ein einziger Fehler, kann das Ende aller bedeuten, die mit dieser Waffe zu tun haben.

Aber nun seht selbst, welche Zutaten ihr braucht, und wie das Schwert zu verwenden ist.

Eine Klinge aus Stahl,
in silbrigen Schein.
12 Ellen Lang,
dass soll sie sein.

Gebadet in Hass,
durchtrieben von Wut.
Betröffelt sie dennoch
mit heiligem Blut.

Die Kraft des Verfluchten
vermag es zu führen.
Keiner der andren,
darf je es berühren.

Der Hals ihrers Gegners,
ein einziger Schlag.
Nur so sie kann brechen,
den dunklen Vertrag.

Wir sind nicht sicher, ob diese Waffe den Dämon vernichten kann, einen Versuch ist es aber sicherlich Wert.
Wir werden dennoch weiter an einer Lösung arbeiten.
Ich denke, ich brauch diese Zeilen nicht weiter zu erläutern, ihr wisst was zu tun ist.

Möge Raren euch auf diesem Weg begleiten, meine Freunde.

Gezeichnet Querin Tendris,
Oberster Feuermagier der Stadt Emessa!




Fortsetzung folgt...