"Die gewonnene Schlacht"
Aus den Chroniken der 'Elfischen Nordlichter'...
"Wie ein Lauffeuer schien sich eine Nachricht zu verbreiten! Schneller als meine schnellsten Boten erreichten uns Botschaften, Geschichten, Behauptungen und Lügen...
Es war schwer geworden, alles und jedem zu Glauben.
Gezeichnet von unzähligen Schlachten, ausgebeutet meine Stadt, so sollte sie doch in Anbetracht der Neuigkeiten zu neuem Glanz erstrahlen. Die Zinnen ihre Mächtigkeit hervorheben. Die unzähligen Türme ein Zeichen meiner Herlichkeit. Und doch stimmt mich diese Nachricht sehr nachdenklich.
Der einst große Fürst. Das Spiegelbild meiner Persönlichkeit. Der Ausruf allen Schreckens und der Grund für meinen Kampf hier in Elygor ist verstorben!
Nagash ist TOD!
Die Vögel liessen es bereits von den Dächern erklingen. Ein Sonnenaufgang erhellte meine Festung. Ein Sonnenaufgang mit Strahlen aus dem Norden. Lange genug wurden sie von einer Dunkelheit zurückgehalten. Lange genug wuchsen unsere Kinder auf mit einer Sonne, die zweimal am Tag erschien. Mittags versteckt duch einen Schatten!
Sofort ließ ich ein Volksfest ausrufen!
Sollen alle Elfen wissen: Ein Stück dem lange ersehnten Frieden näher! Die Dunkle Seite ist gebrochen..."
Der Bericht eines Augenzeugen...
"Noch bevor die Freude zu groß ward, über die öffentliche Bekundigung über den Niedergang Nagash's in die einstweiligen Hallen des Altan, zogen einige Schleierwolken über den Himmel Elygors. Und so die Feierlichkeiten der Lichten wesen andauerten, so bereiteten sich weitere dicke Quellwolken vor, die Sonne zur verdecken und der Dunkelheit ein weiteres Mal die Möglichkeit zu geben, zu sprechen, was gesprochen werden muss.
Und so ward es unbehanglich Finster zur ersten Stunde der Finsternis, obgleich es sonst noch dämmerte, vermochte man zu glauben, es sei schon mitten in der Nacht.
Doch der Himmel war erleuchtet von Dunkelheit und erstrahlte in hellem Glanz der Finsternis. Und die Wolken drängten sich zusammen und Blitze zuckten und Donner grollte.
Und dann ward wieder jenes unbehagliche Geräusch zu hören, was die Geflügelten mit sich brachten. Da Geräusch, was so sehr und so oft man es auch hörte an die Windböen erinnerte, die sich im Segel eines Schiffes auf hoher See fangen. Immer gleichmäßig auf - und - ab.
Und so kam es, dass auch das Auge erblickte, in all der Finsternis im erstrahlten Himmel, acht geflügelte mit jeweils einem Reiter. Je näher sie kamen umso eher konnte man erkennen, wer es ward. Denn die dunkle Seite zeigte Präsenz in solch heller Stund. Und so sah man von links nach rechts psycho_doc - finstersten aller Menschen, Andro - den Dämon des Blutes, guenhwyvar - die Dämonenkatze des Zorns, Malekith - Dämon der Schlachten, Thor - Dämon der Intrigen, Szeth - Dämon der Listigkeit, HelRak - der Orkendämon und Hrask - Reiter der Nacht.
Und so verhallte eine abgrundtief verhasste Stimme vom Himmel herab.
"Nagash ist gefallen, durch unsere eigene Hand! Schwach war er und wir dulden keine schwachen Glieder in unserem Bunde. Wiegt euch in Sicherheit Völker Elygors, solange ihr noch könnt, denn wenn der Zorn der Finsternis erst einmal entfacht ist, seid ihr des Untergangs.
Noch feiert ihr, feiert Feste deren Sinn ihr in eurer Freude über etwas suchte, das keine Freude bedarf. Doch wir werden da sein, wenn eure Kinder das erste mal allein im Wald spielen. Wir werden da sein, wenn ihr des nachts einher geht. Wir werden da sein um eure Städte nieder zu brennen und eure Geliebten zu enthaupten!
Vergesst was euch über Gnade gelehrt wurde, denn Dämonen kennen keine Gnade.'
Euch wird es ergehen wie Nagash und ihr werdet brennen und liegen in der eurigen Asche."
Dann ward es still am Himmel doch die Präsenz der Achte war nicht zu übersehen und nicht zu überhören und nicht zu "überfühlen".
Die Flamme des Wissens...
In der durch das Auftauchen der acht finsteren Reiter entstandenen Stille hörte er nichts als den eigenen, ruhigen und gleichmäßigen Schlag seines Herzens. Das rauschende Fest, welches vor einem Augenblick noch die entlegensten Winkel der prächtigen Hauptstadt der Nordlichter erhellt hatte, war erstarrt. Selbst die edlen Züge seines Herrn, ChBlond's schienen wie in harten Fels gehauen. Als Hüter des Wissens und der Weisheiten des Elfenvolkes mochte er diese Feierlichkeiten nicht besonders, hielten sie ihn doch vom Studium der alten Schriften ab, doch wohnte er auf Bitten seines Herrn den Feierlichkeiten bei. Und nun schien er der einzige zu sein, der nicht erstarrt in Körper und Geiste war, ein eisiges Tuch lag über der Stadt und auch wenn die Elfen noch erstarrt waren, so spürte er dass in einem Augenblick eine heillose Panik ausbrechen würde, sofern dem nicht jemand entgegentrat.
Im Bruchteil eines Augenblicks nahm er all dies auf und fällte die Entscheidung sich dem drohenden Chaos entgegenzustellen. Schnell stellte er sich an den Rand der hohen Empore des Palastes auf der sie kurz zuvor noch die Feierlichkeiten genossen hatten, warf seinen tiefblauen Umhang zurück und erhob seine Stimme.
Volk der Elfen !
Die Angst sitzt tief in ihren Knochen, wagen sie solch einen Schritt. Die dunklen Fürsten sind meister der Angst und schüren die Furcht, die uns das Blut in den Adern gefrieren lässt, doch wir stehen im Licht!
Dabei entzüdete er eine der vielen Fackeln, die der Wind zum erlöschen gebracht hatte neu und hielt sie mit ausgestrecktem Arm hoch über seinen Kopf
Mag doch ganz Elygor in der Dunkelheit versinken, ein jeder von Uns leutet heller als die Sonne und selbst wenn wir sterben gehen wir in die prächtigen Hallen unseres Volkes ein und werden von unseren Vätern aufgenommen. So lasst uns der falschen Dunkelheit trotzen und diese Stadt zu einem Bollwerk des Lichts machen, entzündet alle Fackeln, Kerzen und Lampen die Ihr findet auf dass der Schein dieses Festes all jenen die allein dort draußen in der Dunkelheit wandeln Hoffnung gibt und sie zu uns führt.
Während er sprach schwoll seine Stimme immer weiter an und zuletzt schien sie von allen Seiten und selbst aus dem Inneren der Kopfe selbst zu kommen. Die geheimnißvollen Zeichen auf seiner Haut schimmerten schwach in der Dunkelheit, wo sein Umhang sie nicht verdeckte. Die Ganze Stadt erwachte schlagartig aus dem Bann und jubelte erneut. Jede Kerze, Fackel und Lampe der ganzen Stadt wurde entzündet und ihr Schein war so hell, dass er noch bis in weite Ferne die Finsterniß durchschnitt. Sichtlich erschöpft setzte er sich etwas abseits um einen Augenblich auszuruhen.