"Der Sturm der Vargash"

Aus Elygor
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Wie alles begann

Das Frühjahr des Jahres 697 sollte das Gesicht der nordwestlichen Lande Roathans verändern.

Wie üblich zogen kleinere Vargashrudel in die Lande der Danjaby um Beute zu machen und Blut zu Altans Ehren zu gewinnen.

Die Truppen des 'Ordens des reinigenden Lichts' machten wie immer Jagd auf die Vargash und es gab kleine Siege und Niederlagen auf beiden Seiten.

Alles schien wie wie jeden Frühling, wenn die Schneeschmelze einsetzt und die Gebirgspässe freilegt.

Doch diesmal war etwas anders.

Die vargashen Häuptlinge Thinving und Belethgurth sandten große Armeen in die Danjabylande. Die Beweggründe dafür sollten nie geklärt werden, liegen sie aber wohl in der aggressiven Natur der Vargash begründet.

Truppen des Panrus Varlak, seines Zeichens Ordenspriester des Ritterbundes 'Orden des reinigenden Lichts', entdeckten die vargashen Armeen und ein großes Heer der Danjaby griff die Vargash eines morgens im Morgengrauen an.
Die überraschten Vargash konnten nicht viel mehr als ihr Leben so teuer als möglich zu verkaufen. Es gelang ihnen nicht. Die Truppen des Ordens machten mit den vargashen Eindringlingen kurzen Prozess.

Unweit des Schlachtfeldes hatte sich in den davor liegenden Wochen ein Übel zusammengebraut, welches ddas Volk der Danjaby dauerhaft spalten sollte.
Schon länger sann Alastor Trigant über die Neuerrichtung des Kaiserreichs der Danjaby nach, welches er schließlich am 31. Wintertag im Jahre 696 ausrief. Das neue Kaiserreich stieß von Anfang an auf heftigen Widerstand des Ordens und verschiedene Diplomaten witterten schon einen Krieg zwischen den Danjabyreichen, spitzen sich die Geschehnisse doch zu und standen doch alle Zeichen auf Sturm.

Derweil brachten überlebende Vargash die Kunde des Angriffs in in die wilden Lande während die siegreichen Truppen des Panrus Varlak eine Expedition an die östlichen Grenzen der Danjabylande, zu den Reichen der Dimortii, angingen.

Die untoten Herrscher Szeth und Fluch der Dunkelheit entsandten daraufhin ihrerseits Armeen in Richtung Grenze, fanden jedoch keine feindlichen Truppen vor, da diese aufgrund der wachsenden Spannungen zwischen dem Orden und dem Kaiserreich wieder ins Landesinnere gerufen worden waren. Dies war jedoch kein Grund für die Dimortii, ihre Armeen ebenfalls zurück zu ziehen und die Heere blieben in der Nähe der Grenze stationiert um einen Überfall des Danjaby Gierfried abzuwehren und daraufhin seine fliehenden Truppen über die Grenze hinweg ins Danjabyland zu verfolgen.

Hier beginnt die Erzählung der Dinge...


In den Höhlen der Vargash

In den Tiefen des Vargashreiches, dort wo die 'guten' Völker Elygors keinerlei Macht besaßen, bereitete sich Zythran und seine Schamanenadepten auf einen großen Zauber vor...

Seit Tagen befanden sie sich in Trance und konzentrierten sich nur auf dieses eine Ritual, welches sich nunmehr dem Höhepunkt näherte und kurz vor der Vollendungs stand...

Es fehlte jedoch eine Zutat... Zythran verließ die Gruppe und wechelte in den Gefangenentrakt seines Lagers. Zythran betrachtete seinen Gefangenen und gab seinen Untergebenen schließlich das Zeichen ihn in sein Sanktorum zu schaffen. Seine Wahl war auf einen, selbst für ihre verhältnisse, kräftigen Ethíel gefallen. Er gab seinen Dienern den Befehl den Ethíel auf den Operationstisch zu schnallen, bevor er zu seinen Instrumenten griff...

Der Gefangene schrie laut auf, als Zythrans Messer seine Haut durchfuhr. "Du solltest dankbar sein ! Du wirst einer höheren Bestimmung dienen, dies wird nicht vielen in dieser Welt zuteil..." , sprach er während er fortfuhr dem Ethíel geschickt sein Auge aus dem Schädel zu trennen...

Als er dies beendete, und den Elfen seinem vermeindlichen Schicksal überließ, ging er mit dessen Auge zurück zur Gruppe seiner Schüler, die währenddessen ein gigantisches Feuer auf dem Festplatz des Lagers entfachten. Zythran trat ans Feuer und konzentrierte sich auf nur diesen einen Gedanken der nötig war um dieses Ritual zu vollenden, während der Rest der Schamanen um das Feuer tanzten...

Nach vielen Minuten schließlich war der richtige Moment da, Zythran schmiss mit aller Kraft jenes Auge in die lodernden Flammen, und plötzlich färbte sich sich in sämtlichen Farben des Regenbogens gleichzeitig...

Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis plötzlich jenes Elfenauge kerzengerade aus den Flammen gen Himmel schoss, worauf es von nun an seine Kreise zieht...

Zythran, von der Anstrengung sichtlich mitgenommen, lässt sich zufrieden und ermüdet auf den Boden fallen "Das Ritual ist gelungen..."


Dunkle Wolken ziehen auf

Crothrâkh Eisenzahn beobachtete das Treiben der Schamanen während er auf dem grobwuchtigen fellbehangenen Stuhl kaum merklich hin und her rutschte.

Er war mit einem Trupp seiner besten Gargun in den südlichen Steppen auf Beutezug gewesen als ihn der Goblinbote mit der Nachricht Zythrans erreichte.

Crothrâkh schaute hinauf zum blutroten Banner der Khîrazzai, welches über Zythrans Lager heftig im Wind umherzuckte.

"Es kommt die Zeit des Wandels", sagte ihm der Schmanane vor gut einem Mondlauf "das Licht der Danjaby wird die Vargash auf den Pfad ihrer Vorfahren zurückgeleiten. Zögere nicht!"

Der Orden des reinigenden Lichts hatte seine Vargashbrüder Belethgurth und Thinving angegriffen und deren Armeen vernichtet. Dies passte zu gut in die Vision, die der Schamane seines Clans in der letzten Kräuternacht hatte. Crothrâkh war sich durchaus bewusst, dass die Teilnahme der Vargash im Krieg der Dimortii nicht dem Pfad der Ahnen entsprach, doch zwangen ihn die Geschehnisse der Vergangenheit nicht dazu?

Der Weg der Vargash war der Weg des Blutes. So war es seit Altan ihnen seinen Willen offenbarte und so wird es ewig sein.

Den Blick noch zum blutigen Banner gerichtet ballte er seine Faust und die Muskeln tanzten unter seiner Haut.

Er würde die Meinung des Schamanen zu Rate ziehen und dann seine Bluthunde in die Nacht jagen...


Donnergrollen in der Ferne

Tjark und Flin, zwei arme Danjabybauern, leisten gerade ihre alltägliche Fronarbeit. Die Sonne brannte heiß auf ihre Rücken, und nachdem die erste Hälfe des Feldes bestellt war beschlossen sie sich erstmal kurz im Schatten einer hohen Eiche auszuruhen und neue Kraft zu sammeln...

"Schau mal da !" sagte Tjark, "Was ist das ?" Tjark hob seinen Finger und deutete auf ein kleines schimmerndes Objekt, welches sich schnell durch die Luft bewegte. Die beiden staunten nich schlecht über dieses 'Ding', so etwas haben sie noch nie in ihrem Leben gesehen..

Umsomehr staunten sie was dann geschah... Ein großer Greifvogel hatte es ebenfalls erspäht und fand Interesse daran. Auf seinen Schwingen schloss er schnell zu dem kleinen Punkt am Himmel auf, ging über in den Sturzflug um ihn zu packen... und stürzte leblos zu Boden

Tjark und Flin trauten ihren Augen nicht. Sie liefen schnell zu der Stelle an der der Vogel abstürzte und fanden nur einen noch rauchenden Haufen Asche...


Tod dem Orden!

Die Sonne schien röter an jenem Morgen als jemals zuvor. Die umkämpfte Verbindungsstraße zwischen den Danjabysiedlungen im Norden und den Vargashdörfern im Süden war mit dem Blute abertausender Krieger beider Seiten durchtränkt. Nie zuvor hatte die Erde soviel Blut schlucken müssen wie an jenem Morgen, als die Horden der Vargash und die Verbände der Dimortii die Stellungen des Ordens einkreisten und die Streiter des Lichtes abschlachteten. Seit einigen Tagen hielt der Orden die Straße blockiert, doch dies sollte sich mit jenem verhängnissvollem Tage ändern.

Zaretor ein Vampirlord, der unter dem Wappen der dunklen Bruderschaft kämpfte, sah über das Schlachtfeld. "Was für ein Desaster", dachte er sich und betrachtete von seinem Ross herab die unzähligen Kadaver die vor ihm lagen. Er sah zu wie die Vargash, das Blut aus den Leichen quetschten und untote Beschwörer den Verstorbenen die Seelen entrissen. Die Schlacht war ein Erfolg und nach groben Schätzungen beliefen sich die Verluste des dunklen Bündisses im Verhältnis zu denen des Ordens auf 1:3. Ein guter Schnitt. Dennoch schauderte es Zaretor bei dem Gedanken, dass er seinem Herren erklären müsste wie er den gesamten ihm unterstellten Kampfverband verlieren konnte. Ein Verlust wahrlich, doch im Vergleich zum Gesamtbild des Sieges ein erträglicher Schaden.

Er hörte ein leichtes Stöhnen und als er hinuntersah bemerkte er wie ein schwer verletzter Danjaby über die Kadaver seiner Kameraden davon zu kriechen versuchte. "Minderwertiger Abschaum", fauchte er und ließ sein Pferd mit mit der vollen Kraft eines seiner Hufen den Schädel des erbärmlichen Wesens zerquetschen. Die Schädelknochen sprangen auseinander wie die Schalen einer reifen Melone. Dann rief er einen der seelensammelnden Totenbeschwörer zu sich und verwies ihn auf den frischen Leichnahm.

"Schade, das Vernichten tausender dieser Danjabywürmer macht nicht halbsoviel Spaß wie das Ausweiden eines einzelnen Ethíel."


Ein Ritter erzählt

Überall klebt Blut...der rote Saft tränkte den Boden...die vormals rote Farbe, ist längst zu hässlichem braun geworden...von den leblosen Körpern, welche ungleichmäßig in der Szenerie verstreut liegen, geht keine Bewegung mehr aus...

Ein große Schlacht, ein Blutbad sondergleichen...

Danjabische und vargashe Kadaver, kalter Stahl ragte aus ihren toten Leibern, von langen Speeren durchstoßen, von spitzen Pfeilen gespickt, lagen sie da auf der Erde...

Man hörte der Danjaby klammere sich an sein Leben. Er soll versuchen mit jeglichem Mittel gegen die Zeit anzukämpfen, die ihn Sekunde für Sekunde aussaugt. Doch von den Danjaby die auf diesem Schlachtfeld gefallen sind, kann dies nicht behauptet werden. Einer Übermacht sahen sie sich gegenüber und kamen nicht einmal auf den Gedanken um Gnade zu winseln wie reudige Hunde. Entschlossen stellten sie sich gegen ihren großen Feind. Und jeder starb für seine Ideale. Statt das Heil in der Flucht zu suchen, kämpften sie, beflügelt von dem Glauben an ihren Orden, an ihren Weg, den sie als Krieger beschritten haben, jeden Augenblick bereit ihr Leben zu geben. Und dieser Augenblick trat ein...

Keine Trauer...
und keine Tränen...
keiner weint...keiner weint...
denn es blieb keiner übrig um zu weinen...


Die dunklen Legionen stoßen weiter vor

Eine weiter Schlacht für die Geschichtsbücher, begann Panrus Varlak zu schreiben, und es folgte ein Bericht des Grauens in die Bücher des Ordens.

Noch nie zu vor hatte er eine solch gewaltige Streimacht der Dunkelheit gesehen, die Horden der Vargash und Dimortii kämpften unerbitterlich, Altan persönlich schien sich ihren Reihen angeschlossen zu haben.

Sie hatten den Feind für wahr unterschätzt.

Die Horden der Vargash und der Dimortii schienen besser organisiert zu sein, als je zu vor.

Die Männer des Orden sahen den Feind zwar noch kommen, sie waren wachsam, aber dennoch unterlegen.

Auch der Mut der Verzweiflung, mit dem die Krieger der Danjaby noch etliche Gegner in den Tod rissen, konnte die Schlacht nicht wenden.

Erstaunlich, wie die Vargash und die Dimortii sich entwickelt hatten.

Ein weiterer Teil des Landes wurde von der Dunkelheit verschlungen.Wohin sollte das alles führen...

Nicht einmal die Toten hat man in Frieden ruhen lassen.


Die Stadt Emessa

Arthas stand auf den Zinnen von Emessa, Hauptstadt des Ordens und Heimatstadt des von ihm verehrten Panrus Varlak. Emessa, Bastion des Lichtes, eine Kerze in einer Dunkelheit, die sich verdichtete, weiter und weiter.

Er sah auf seine Männer und ihre noch frischen Wunden. Tapfer hatten sie sich einer Vorhut der Truppen von Fluch der Dunkelheit entgegengeworfen und wieder erwarten einen Sieg errungen. Doch dieser relative Erfolg hatte nichts am Verlauf der Schlacht am nächsten Tages ändern können, an der Arthas jetzt angeschlagene Armee nicht einmal teilnehmen konnte. Arthas wandte sich an einen seiner Offiziere, einen hochgewachsenen und frommen Ritter.

"Schickt Boten ins Hinterland, nach Hohenfels. Sagt dem Magistrat, dass die Dimortii die Vargash unterstützen und es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Grünpelze weiter vordringen. Man soll eine weitere Armee aufstellen und sie hierher schicken. Jeder Mann, der ein Schwert halten kann wird benötigt. Wenn wir sie hier, im Herzen des Ordensgebietes nicht aufhalten können, werden wir es nirgendwo schaffen."

"Wer soll dann die vielen kleinen Königreiche der Danjaby schützen? Diejenigen, die freiwillig bei den Ethíel leben? Der falsche Kaiser etwas? Nein, dann werden die Danjaby zergehen wir Staub im Wind."

Arthas stieg die Zinnen hinab und suchte eine Handvoll seiner Männer zusammen. Gemeinsam beteten sie.

Herr Rimon, durchdringe uns und erfülle uns mit Deinem Geist,
dring ein in unsere Glieder und gebe ihnen Kraft,
dring ein in unsere Herzen und gebe ihnen Mut,
dring ein in unsere Seelen und gebe ihnen Zorn!
Unser Leib sei Dein, und den Leib des Feindes wollen wir Dir opfern.
Rotes Blut, Heiliges Blut – Blut wasche rein – so sei es.

Dann ritt Arthas mit seinen Leuten hinaus auf Patrouille...


Erinnerungen eines Heerführers des Ordens

Neun. Den ganzen Tag über schon ging ihm dieser Gedanke durch den Kopf. Neun seiner Krieger hatten übelebt. Neun Schützen, die unter dem Banner des Raben zurückkehrten. Neun Männer, die mehr miterlebt hatten, als je ein Danjaby erleben musste. Sie hatten sich vorzeitig aus dem Kampfgetümmel entfernt, nachdem die ersten drei Armeen geschlagen waren, um Bericht zu erstatten. Dieser Umstand hatte ihnen das Leben gerettet.

Ohne Schwert und Rüstung, aber einem Banner, auf dem ein weisser Rabe auf schwarzem Grund anstatt des üblichen schwarzen Raben auf weissem Grund zu sehen war, ritt eine einzelne Gestalt auf das Tor Emessas zu. Das Trauerbanner wehte stolz im Wind, doch der Träger sah alles andere als stolz aus. Sein Gesicht war eine Maske aus Wut und Trauer. Die Tore öffneten sich vor ihm, ohne dass er ein Wort sprach, oder ein sonstiges Zeichen eines Befehls von ihm ausging.

Die Krieger, die überlebten und ihm Nachricht brachten, hatte er allesamt mit Orden ausgezeichnet, für ihr aussergewöhnlich mutiges Verhalten. Jeder Familie hatte er einzeln die letzten persönlichen Gegestände ihrer gefallenen Väter und Brüder übergeben. Er hatte sich geduldig die Wut und Trauerausbrüche angehört und jeder Familie Trost gespendet, so gut er konnte. Doch kein Geld und keine Zuwendung konnte ihren Verlust verringern.

Er hatte heute viel durchgemacht. Heute Nacht würde er in der Kapelle in Emessa die traditionelle Totenwache für seine Kampfbrüder halten, und so es ihm erlaubt wurde, würde er einen Gottesdienst abhalten. Doch zuvor hatte er noch etwas zu tun.

Er öffnete die Tür. Das Zimmer war dunkel, und die wenigen Kerzen erleuchteten es nur spärlich. Er setzte sich hinter den Schreibtisch und zog die Feder aus dem Tintenglas.

Die heutige Schlacht war verheerend. Nie zuvor floss soviel Blut auf den Böden Elygors. Doch nicht nur dies, nein. Um die Schmach noch zu vergrössern, hat der Ursupator Alastor Trigant nicht einen Mann verloren. Der Mann, der grosse Reden schwingt, von der Verteidgung der Grenzen, von der Einheit der Danjaby. Wo war dieser ach so grosse erste Kaiser, wie er sich selber nennt, als die tapfersten der Tapferen fielen? Feige versteckt hat er sich.

Altans Flüche auf ihn!

Unsere Männer haben sich tapfer geschlagen. Viele Dimortii und Vargash wurden vernichtet. Jeder einzelne ist ein Held. Ihnen soll ein Heldenmal in Geolais errichtet werden, ein grosser Turm, ganz aus Elfenbein. Ihre Namen werden eingraviert werden. Niemals soll auch nur ein einziger Danjaby vergessen, was heute passierte! Der Orden bekämpfte das Dunkel, und der selbsternannte Kaiser regte sich nicht in seiner Selbstsucht!

Er wartete noch, bis die Tinte trocken war, dann schlug er das Buch zu. Mit einer Klingel rief er seinen Schriftführer herein.

"Bewahrt es gut! Es ist mir sehr wichtig."

Nach diesen Worten stand er auf und ging gemessenen Schrittes in Richtung der grossen Kapelle des Ordens.


Vargashe Marodeure streifen durch die Lande

Rot wie das Blut eines erschlagenen Feindes ging die Sonne am fernen Horizont auf.

Sanft wiegte sich das hohe Messergras im Wind und in der Ferne zog eine große Herde Wildrinder durch die grüne Unendlichkeit der wilden Lande.

Die Sonnenstrahlen brachen sich in allen Farben des Regenbogens an den Hängen der Droskeaberge und der Wald im Rücken der Siedlung Amûrghrac warf lange Schatten über die zahllosen Clankrieger unter dem roten Banner.

Der kleine Goblin auf dem Torturm stieß kräftig in das grell bemalte Horn eines Steppenrindes und die vargashen Rudel zogen mit tösendem Kriegsschrei los. Gen Norden sollte es gehen. Tief hinein in die Danjabylande...

"Der Orden hat wahrlich tapfer gekämpft. Sie haben Ehre über sich und ihre Clans gebracht. Ihre Krieger sind stolz und aufrecht gefallen."

Crothrâkh nickte bei diesem Gedanken anerkennend. Seine Blicke folgten den marschierenden Rudeln und schnellen Reitern, wie diese unermüdlich gen Norden zogen.

"Nun werden wir sehen, ob die Krieger des großen Ursupators Trigant ähnlich mutig sind."

Blut sollte den Boden des Kaiserreiches tränken...


Der Blutbrunnen von Hohenfels

Nacht lag über Hohenfels, der Stadt des Arthas. Dicher Nebel zog in wallenden Schwaden von den nahegelegenen Gebirgen und kein Laut war zu hören als sich die vargashen Marodeure in einem schnellen, geduckten Lauf der Stadt näherten.

"Sheitt leisheee!" zischte irgendwer durch die Dunkelheit und das leichte Klappern beim ziehen der Waffen verebbte direkt.

Ein Pfeilschuss später und der Kopf des Ausgucks ward an seinem Turm festgenagelt.

Ein schneller Schnitt und Blut schoß aus der Kehle des Wachtpostens.

Blazûrgh, der Rudelführer der 3622. Armee des Kriegshäuptlings Crothrâkh Eisenzahn, war sichtlich zufrieden. Seit ihm seine Späher von einer durchlässigen Nische in den Mauern von Hohenfels berichteten, brannte er darauf, die Danjaby dort im Schlaf zu überrennen. Armeen von Arthas und seinem Verbündetem, dem Danjaby Rohan, sollten sich in Hohenfels befinden hieß es. Und so war es auch.

Es war ein Gemetzel.

Die schlaftrunkenen Danjaby wurden von den zahlenmäßig weit unterlegenen Vargash förmlich abgeschlachtet. Das Blut floss in Strömen.

"Dort, dieser Brunnen mit dem goldenen Löwenkopf auf dem Marktplatz", rief Blazûrgh seinem Bannerträger zu, "füllt ihn mit dem Blut von einhundert danjabischen Kriegern auf. Die Stadt soll ein Andenken an unseren Besuch erhalten." Mit einem kurzen rauhen Lachen unterbrach er seine Befehle um dann direkt mit seinen Anweisungen fortzufahren. "Von nun an und in alle Ewigkeit soll er als 'Blutbrunnen von Hohenfels' bekannt sein und ein ewiges Zeichen unserer Stärke und der danjabischen Niederlage sein!"


Der Morgen danach

Ein Bote tritt in die Kapelle des Ordens und eilt so schnell es ihm die Ruhe dieses Ortes erlaubt auf Arthas zu.

"Mein Herr, vargashe Truppen Crothrâkhs haben letzte Nacht Hohenfels überfallen. Sie sind unbemerkt in unser Hinterland eingedrungen und haben die Stadt überfallen und keinen Soldaten am Leben gelassen."

Arthas sprang auf, Wut im Gesicht.

"Sattelt mein Pferd. Und weckt die Männer. In zwei Stunden brechen wir auf nach Hohenfels. Die Stadt ist schutzlos."

Kurze Zeit später ritt Arthas, seinem kleinen, noch immer angeschlagenen Heer voran, über den Bergpass in Richtung Hohenfels. Plötzlich tauchten vor ihnen die Schemen einer lagernden Vargasharmee auf.

"Herr, sie tragen das Banner von Dherazad, einem vargashen Heerführer. Ihre Spaeher haben uns bereits bemerkt."
machte einer der Soldaten Meldung

"Und wir haben keine Bogenschützen mehr. Blast zum Angriff."

Doch der Befehl kam zu spät. Die tapferen Infanteristen und Kriegspriester von Arthas stürmten vor. Doch der Großteil von ihnen fiel bereits, bevor sie Dherazads Truppen erreichten im Hagel der Geschosse. Der Rest wurde im Nahkampf niedergemacht. Arthas selbst, nachdem der Kampf aussichtslos geworden war, zog sich in die Berge zurück. Niemand kennt seinen momentanen Aufenthaltsort...


Die Feste Amador

Die himmelblauen Banner mit der goldenen Sonne auf den mächtigen, weißen Türmen der Zitadelle des Lichts in Amador stehen auf Halbmast.

Auf dem großen Platz vor der Zitadelle ist ein hölzernes Podest aufgebaut. An jeder Ecke des Podestes steht reglos ein Soldat in glänzender, schwarzer Rüstung, die goldene Sonne auf einem schwarzen Wappenrock, anstelle eines himmelblauen, wie sonst üblich. Auf dem Podest stehen, zerfetzt und blutbeschmiert die Feldzeichen der 2. Sonnenlegion. Bis zuletzt wurden sie verteidigt, bis das Blut vieler getöteter Vargash und der letzten Verteidiger den Stoff tränkte.

Die Danjaby, die Vorbeigehen, wenden ihre Gesichter ab, viele weinen still, einige auch laut. An jenem Tag des Schicksals haben viele ihre Söhne, Ehemänner oder Väter verloren. Noch sind die Erinnerungen an die Schreckensnachricht frisch, die an jenem Morgen von Herolden in der Stadt verlesen worden war:

"In der letzten Nacht wurde das Blut vieler tapferer Soldaten vergossen. Die Armee des Ordens wurde von Vargash und Dimortii, den Kreaturen des Schattens angegriffen. Keiner der Männer sah den Aufgang der Sonne am nächsten Morgen. Der Boden des Schlachtfeldes ist getränkt von Blut, die Hügel sind gespickt mit Waffen, die Flüsse stöhnen unter der Last der Leichen.
Doch unsere Männer sind nicht umsonst gestorben! Denn in diesen Tagen, in denen der Schatten sich ausbreitet und die Dunkelheit das Licht zu verschlingen droht, muss jeder kämpfen, kein Danjaby wird sich von den Schlachten fernhalten können, oder es wird keinen Morgen mehr geben. Das leuchtende Beispiel der gefallenen Helden zeigt den Danjaby, wofür sie kämpfen. Und wir werden weiterkämpfen! Zu unseren heutigen Zeiten wagen sich die Armeen des Schattens bis in das Gebiet des Ordens. Doch wir werden jeden Dimortii oder Vargash jagen und zur Strecke bringen, mit allen unseren Kräften! Und eines Tages wird es einen neuen Morgen geben, und das Licht wird über den Schatten triumphieren!"


Der Untergang des Kaiserreiches

Ein leichter Wind flog durch die Lande, unschuldig und nichtsahnend. Ruhig war es geworden. Es war die 8. Stunde der Finsternis am 28. Sommertag des Jahres 697. Wiedereinmal war es Blut, die ewige Szene der Vernichtung. Die Dunkelheit überstreift Elygor und wieder einmal zeugt nur ein Schatten von der Vernichtung. Viele Fragen taten sich auf, als Fluch auf einem kleinen Hügel stand. Grinsend schaute er über das Feld der Zerstörung. Seine Rüstung blutverschmiert. Einige Pfeile steckten darin, doch Danjabypfeile, vermochten die dicken und einzigartigen Panzer der untoten Herrscher nicht zu durchstoßen… Finsternis, ein Loch des Lichts.

In der Ferne sah man ein Gewitter heraufziehen. Den Donner hörte man schon jetzt. Doch der wirkliche Donner, war bereits vorbei. Die stählerne Faust der Sprosse der Dunkelheit und der Vollstrecker der Dunkelheit, waren auf die Mannen Alastor Trigants hinabgerauscht, als wär die Rüstung der Danjaby aus Butter. Kein Problem war es die Rüstungen zu durchstoßen.

"Die Dunkelheit zog über die Lande der Danjaby, wie die Pest über ein kleines Dorf. Mein Wille wurde durchgesetzt und die einstige Stärke der Danjaby ist nun Geschichte.

Ruhm und Ehre jenen die gefallen sind, auf dem ersten Kreuzzug gegen die Danjaby. Doch dennoch war ich überrascht, das Alastor Trigant tapfer zum Duell angetreten ist.

Doch die Dunkelheit verschlang seine Krieger bis auf den letzten Zeh jedes Kriegers! Keiner wurde verschont!"

Das Reich der Danjaby war ein einziges Schlachtfeld. Blut tränkte schon zu oft die Erde. Keine Tiere waren an den Stellen mehr anzutreffen, an denen die Schlachten stattgefunden hatten. Die Dunkelheit ist nah! Bald wird sie euch alle verschlingen!

"Ehre und Stärke den Mächten der Finsternis!"

"Doch gedenken werden wir jenen, die für unsere Sache gefallen sind, mögen sie den Weg in Altans Hallen finden!"