"Als knöcherne Hände nach eisernen Zinnen griffen..."

Aus Elygor
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Arûna im Winter des Jahres 704


Da waren sie nun.

Die untoten Horden der brennenden Legion schlurften am westlichen Ufer der Kristallbucht auf und ab, sie suchten einen Übergang, sie suchten eine Furt. Eine Furt, durch welche sie ihre fauligen Körper ins geborgene Land zwischen den Eisenzinnen bewegen könnten.

Der Wind trug den widerlich süßen Geruch vergammelnden Fleisches herüber, die mottenzerfressenen Banner wehten im Wind.

Die Grenzläufer des Zwergenbundes hatten die Vorhut des Baal aufgehalten. Ihre morschen Knochen trieben den Strom hinaus in die Charybtische See.

Würden die Dûrgen die großen Massen hirnloser Zombies lange genug aufhalten können, bis die Armeen des Bundes aus den Minen und Stollen der Eisenzinnen anmarschiert wären?

Tassadars fauliger Atem hatte die Lande der Dûrgen erreicht, die Schicksalsstunde des kleinen Volkes hatte geschlagen!

Möge Theral den Mutigen beistehen!




Die Nacht forderte die ersten Opfer.

Im Schutze der Dunkelheit überquerte eine Armee des Tassadar die Engstelle bei den nördlichen Stromschnellen und die fauligen Kreaturen fielen über die Truppen Valreas´und Azzraels her.

Keiner der edlen Dûrgen sollte den Sonnenaufgang erblicken. Theral möge ihre Seele befreien.

Der nördlichen Flanke entblöst, stand die throalische Garde mit einem Regiment Slayer aus Kazad Drengi alleine in ihrem Abschnitt am Ufer der Charybtischen See. Die wandelnden Toten trauten sich hier nicht über den Fluß. Die ganze Nacht war es ruhig gewesen.

Am nächsten Morgen berichteten die aus Felsentor eintreffenden Truppen von feindfreien nördlichen Uferbereichen. Die modrigen Kreaturen hatten sich scheinbar wieder über den Fluss bewegt und sich um ihren Meister im Osten gescharrt. Es wurden keine Spuren ins Landesinnere entdeckt.

War dies doch eine recht gute Kunde in diesen Tagen, so waren die Berichte über die geschändeten Dûrgenleichen mit den tiefschwarzen Augen und blutleeren Lippen, denen die pure Angst ins Gesicht geschrieben stand, etwas, was selbst die Langbärte und Hammerträger nervös machen sollte.

Kannte doch jeder der älteren Krieger diese Zeichen: Die Dämonen hatten ihren Brüdern die Seele geraubt! Theral möge ihnen beistehen!

Wo blieb die Verstärkung?
Wo waren die Krieger aus Xorlosch und Belegost? Wo die Streiter aus Barak Varr und Spirogyra?




Nun endlich war auch ein Regiment aus Xorlosch eingetroffen. Zu spät hatte Gwarosch die Kunde eines bevorstehenden Angriffes erreicht, doch ließ er seine Armee sogleich losmarschieren, in der Hoffnung sie mögen es noch rechtzeitig schaffen.

Anscheinend war es noch nicht zu spät. Die Dûrgen erreichten das Feldlager, in dem die Vorbereitungen auf den Kampf schon in vollem Gange waren. In den Feldschmieden glühten die Feuer und Hämmer, geführt von starken Händen, verrichteten ihre Arbeit. Rüstungen wurden repariert und verstärkt und die Äxte wurden ein letztes mal geschliffen.

Die Blicke der Dûrgen streiften oft über das nördliche Ufer. Noch war dort keine Bewegung zu erkennen. Nun hieß es warten ...




Keine Regung in den untoten Heerscharen.

Seit Tagen war es vollkommen ruhig am jenseitigen Ufer der Kristallbucht, die wandelnden Leichen machten keine Anstalten überzusetzen.

Die Maschinisten und Tüftler aus Kazad Grong hatten die weiter nördlich gelegenen Uferabschnitte nahe der Stromschnellen mit wirksamen Fallen und Hindernissen gespickt. So müssten die Horden der Brennenden Legion an der Mündung ins Charybtische Meer den Strom überschreiten um in die Lande der Eisenzinnen vorzudringen.

Dort jedoch stehen die vereinten Truppen des Zwergenbundes und erwarten den Ansturm.

Letzte Nacht machte eine unserer Patrouillen einen ethíellen Spähtrupp aus und verwechselte die Löwenzahnkauer in der Dunkelheit mit Dienern des modrigen Tassadar. Keiner dieser Waldbewohner überlebte den vereinten Bolzenhagel der patrouillierenden Grenzläufer.

Törichte Spitzohren!
Was schleichen sie auch nachts in der Nähe eines dûrgischen Feldlagers umher? Nun müssen wir wertvolle Zeit aufbringen, ihre toten Körper in Ehren zu begraben und ihre Seelen somit vor den Dämonen zu schützen.
Der Hohepriester weigerte sich zwar eine ganze Weile, die gefallenen Spitzohren in Therals Weihen beizusetzen, am Ende war er jedoch einsichtig.

Die neueste Nachricht brachte mein Blut zum kochen. Bei meines Oheims Hammer, Helm Hammerhand ist zu weit gegangen!
Der von Altans feurigem Vermächtnis verführte Schatten eines einst aufrechten Dûrgen überfiel Angbar, den weit nördlich gelegenen Außenposten des Bundes, und plünderte in der Stadt!

Sobald die vereinten Truppen des Bundes die modrigen Gerippe dort am anderen Ufer zurück in die feurige Unterwelt gedrängt haben, werden die throalischen Krieger die Stadt des gefallenen Dûrgen Hammerhand niederbrennen und ihn für seine Untaten zur Rechenschaft ziehen!

Therals Hammer möge die Ungerechten zerquetschen!




Theral hat wahrlich sonderbare Wege, Abtrünnige zu strafen.

Die Armee des Helm Hammerhand, welche vor einigen Tagen in die freien Stadt Angbar einfiel und diese plünderte, wollte doch direkt an der Kristallbucht zu ihren modrigen Kumpanen der Brennenden Legion übersetzen.

Die wachsamen Grenzläufer des Zwergenbundes wussten dies zu verhindern und ein vereinter Bolzenhagel machte auch diese Schänder aus den Reihen der Legion nieder.
Noch viele werden folgen! Bei Theral!

Es bahnt sich etwas an, dort am jenseitigen Ufer.
Vargash streifen nun zwischen den modrigen Gerippen und faulenden Leichen umher. Eine große Zahl Vargash.
Es scheint, als würde sich die Truppen der Brennenden Legion verstärken um sich für eine bevorstehende große Schlacht zu rüsten.

Doch auch die freien Städte sind nicht untätig. Es treffen immer mehr der voraus geschickten Späher und Vorhuten der Armeen des Zwergenbundes ein.

Es herrscht eine gute Stimmung an den Lagerfeuern und in den Feldschmieden der zwergischen Streitmacht. Alle sind sich unausgesprochen einig: Wir werden die untoten Horden genau hier, an den sandigen Ufern der Kristallbucht, aus unseren Landen zurückschlagen oder alle im Kampfe fallen.

Möge Therals Feuer heiß in unseren Seelen brennen!




Die große Entscheidung kam näher. Das wussten sie alle.

Unzählige Krieger des kleinen Volkes hatten sich um die Lagerfeuer des großen Feldlagers am Ostufer der Kristallbucht versammelt.

Die Axtträger aus Xorlosch tranken dunkles Dûrgenbier mit den Steinbrechern aus dem Reich der Fünften.

Die Slayer aus Barak Varr und Kazad Drengi wetteten und scherzten, wer wohl die meisten Untoten zurück in Altans feurige Unterwelt schleudern würde.

Throalische Musketenschützen saßen bei den Maschinisten aus Kazad Grong und ließen sich die neuesten Erfindungen der großen Tüftler des Bundes erklären.

Im nahegelegenen Felsentor stauten sich derweil die Karawanen und die Versorgungsgüter einer solch riesigen Streitmacht türmten sich hoch hinauf in den hohen Hallen und Kavernen der Dûrgenstadt.

Es herrschte ein reges Treiben am Fuße des Greifenhorstes und wenig deutete auf die bald anstehende große Schlacht hin, welche wie keine andere zuvor die Lande Arûnas prägen sollte.

Der Zwergenbund freier Städte stellte sich der großen Herausforderung, welche sowohl der Bund der Paladine als auch die Ägide des Lichts gescheut hatten.

Die große Schlacht mit der Geissel Arûnas war eine Aufgabe, welche geschlagen werden musste.

Die Dûrgen der freien Städte würden sie schlagen!




Die Sonne stand noch tief als Unruhe unter die Gerippe und orkischen Schlächter am Westufer der Kristallbucht kam.

Der Zeitpunkt, auf den alle gewartet hatten, war also gekommen. Jetzt sollte es also losgehen.

Mehr als 6700 Krieger des Zwergenbundes standen zum Schutz der Lande um die Eisenzinnen bereit. Sie standen bereit, um mit den Kohorten des Todes der Brennenden Legion die Klingen zu kreuzen und hier am Fuße des Greifenhorstes ihr Blut in die Fluten der Kristallbucht zu vergießen.

Die ersten Abordnungen der unförmigen Seelenfänger des Yadis springen in die Furt!

Sie kommen!

Direkt dahinter folgen die gefürchteten Dragoner in einer breiten, tiefschwarzen Schlachtreihe!

Zum Angriff, Dûrgen der freien Städte!

Sieg oder Tod!




Es ist vorbei...

Die Sonne steht tief am wolkenverhangenen Himmel.
Sie schafft es gerade noch, ihre Strahlen über den Greifenhorst zu schicken und ich frage mich, ob sie es ist, welche die Landschaft in dieses merkwürdige Rot taucht oder ob es an dem Blut der tapferen Dûrgenbrüder liegt, welches hier heute vergossen wurde.

Der Zwergenbund freier Städte hat sich der dunklen Bedrohung gestellt und, bei Theral, wir waren siegreich!

Gemeinsam stand der Bund gegen den Schrecken Arûnas!

Gemeinsam kämpften wir Seite an Seite gegen den Schatten, der diese Lande so lange und schrecklich heimsuchte!

Die dunkle Bedrohung aus dem Westen, die Kreaturen des finsteren Valandurs, wurden vernichtet, die Bestien des Chaos geschlagen!

So feiert diesen großen Sieg, tapfere Dûrgen des Bundes!
Doch gedenket auch eurer Brüder, welche mit euch kämpften und durch die Hand des modrigen Feindes fielen.
Ihr größtes Opfer ist der Preis für unser aller Freiheit!

Theral zu Ehren!